Seite 29 - Bergstolz Issue No. 38

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BERGSTOLZ Ski Magazin Dezember 2012 | Seite 29
TIGNES
Mit 2.000 Höhenmeter ist der kleine Ort, der von 2200 Einwohnern bewohnt
wird, einer der höchstgelegenen der Alpen. Die Großeltern der Navillod
Brüder lebten damals noch im alten Tignes. Eine sehr traurige Geschichte
über die seine Großmutter nicht gerne spricht, berichtet mir Mathieu. 1952
wurden die Einwohner gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Ein großer
Damm aus Marmor wurde errichtet, der Fluß Isére aufgestaut und das alte
Dorf verschwand im „Lac du Chevril“. Heute erinnern nur noch Fotos und ein
Denkmal an das alte Tignes. Marmor war damals die günstigste Variante,
Chevril war umgeben davon. Mathieu erzählt mir, sein Onkel Maurice baue
auch heute noch Häuser aus Marmor, jedoch wissen nur ganz wenige den
Geheimplatz.
Massen an Schnee ist bei meiner Ankunft noch nicht zu sehen aber das soll-
te sich die kommenden Tage ändern. Eine Woche später messen wir rund
zwei Meter frischen Pulverschnee. So viel, dass es abseits der Pisten zu
gefährlich wäre. Lawinenwarnstufe vier, teilweise sogar fünf flößen uns
ordentlich Respekt ein. So besuchen wir den Wald im Skigebiet Val d
´
isere,
welches mit Tignes verbunden ist. Nach einem sonnigen Tag mit hüfthohem
feinsten Pulverschnee beginnt es abends erneut zu schneien. Nichts unge-
wöhnliches – während die östlichen Alpen noch auf den großen Schneefall
warten, wird es uns hier beinahe zu viel. Der nächste Tag ist wie schon zuvor
sehr heiß, Lawinenwarnstufe vier. Jedoch finden wir einige gemütliche
Abfahrten auf der „Palafour“, der Süd-Östlichen Seite von Tignes.
Zugegeben, es ist wirklich hart nein zu sagen, umgeben von unglaublichen
Skier: Charles Navillod