No. 138

35 RUMÄN I EN Bergstolz Ski & Bike Magazin • 06/2026 Je weiter wir Richtung Muntele Mic fahren, desto mehr verändert sich die Landschaft. Aus der Ebene werden langsam Hügel, aus Hügeln Berge und irgendwann tauchen die ersten Schneeflecken auf. Die Straße wird steiler, die Schneedecke wird dichter und plötzlich stehen wir wieder dort, wo unsere Romanian Romance ein paar Monate zuvor begonnen hatte: in Muntele Mic. Dort treffen wir auch wieder unsere rumänischen Freunde von Heliski Rumania. Für Fabs und mich inzwischen alte Bekannte, für Philipp zu diesem Zeitpunkt noch Namen aus unseren Sommergeschichten: Cristi, Romeo, Razvan und Valentina. Cristi Dunca ist in den Bergen rund um Muntele Mic aufgewachsen und kennt das Gelände entsprechend gut. Im Sommer hat er uns bereits mit den E-Bikes über scheinbar endlose Bergrücken geführt. Romeo Dunca, Cristi’s Vater, den man bereit‘s kennt, wenn man Romanian Romance Part 1 gelesen hat. Wer nicht, dem sei gesagt: Diesen Mann mit wenigen Worten vorzustellen ist eigentlich unmöglich. Für seine Lebensgeschichte würde ein eigenes Buch nicht ausreichen. Romeo ist Gründer von Heliski Romania, Pilot, Abenteurer und ehemaliger Rallyefahrer. Und wenn er gerade nicht irgendwo am Ende der Welt unterwegs ist, fliegt er seine Gäste in seinem Airbus H125 durch die Karpaten. Diesmal sitzt allerdings nicht nur Romeo im Cockpit. Zum Team gehört auch Valentina, Helikopterpilotin mit mehr als 2.000 Flugstunden. Und dann fehlt eigentlich nur noch einer: Razvan, auf der Website von Heliski Romania offiziell geführt als „Après-Ski-Sensei“. Im Sommer hatte er uns bereits Timișoara und die dortigen Bars nähergebracht und war später Shuttlefahrer, Entertainer und unfreiwilliger Teilnehmer einer schwarzen Mountainbike-Abfahrt. Im Winter ist er deutlich mehr in seinem natürlichen Habitat: Schnee, Ski und Après-Ski. Muntele Mic - klein aber oho Unser Ausgangspunkt für die nächsten drei Tage ist wieder Muntele Mic. Das Skigebiet ist mit einem modernen Mega-Resort in den Zentralalpen ungefähr so gut vergleichbar wie ein Dacia mit einem Ferrari. Und das ist keineswegs negativ gemeint. Muntele Mic hat seinen ganz eigenen Charme. Alles ist kleiner, unaufgeregter, persönlicher und vor allem entspannt. Aktuell gibt es fünf Liftanlagen: Drei Schlepplifte und zwei Sessellifte, dazu rund 20 Kilometer Pisten und sogar Nachtskilauf. Kein Liftstress, kein Gedränge, keine Wartezeiten auf HighspeedGondeln. Unser persönliches Highlight: Ein tanzender Liftler, der seinen Arbeitsplatz zur kleinen Bühne erklärte. Sein Schlepplift lief, die Musik auch und die Stimmung war nicht zu übertreffen. Willkommen in Rumänien. Wer mit Heliski Romania unterwegs ist, kann direkt in Muntele Mic wohnen. Die Unterkunft liegt mitten im Skigebiet. Der 3-Tages-Skipass für weSKI Muntele Mic ist beim klassischen 4-Nächte-HeliskiPaket inkludiert. Damit lässt sich ein wetterbedingter Downday, an dem nicht geflogen werden kann, ziemlich entspannt mit einem Skitag in Muntele Mic überbrücken. Zudem kann man vor, beziehungsweise nach dem Heli-Tag noch ein paar Pistenabfahrten anhängen. Wer nach dem Heliskiing erst einmal ein Nickerchen braucht, kann später trotzdem noch die Skier anschnallen. In Muntele Mic gibt es auch Nachtskifahren. Eine ganz andere Option bietet das private Chalet der Duncas, ideal für alle, die es vor und nach dem Heli-Skiing ruhig und abgeschieden mögen. Das Chalet liegt auf rund 1.600 Metern mitten in der Natur, abseits des Skigebiets. Man kann allerdings nicht einfach mit dem Auto anreisen, wer dort wohnt, wird mit dem Helikopter eingeflogen. Beides, Muntele Mic und das private Chalet haben ihren eigenen Charme. Eine kleine Hütte am Berg, die im Winter zur Après-Ski-Zentrale wird. Als wir dort sind, legt auf der Terrasse ein DJ auf. Es gibt keine riesige Bühne, keine Lichtershow und auch keine 3.000 Menschen. Ein paar Leute, Musik, Drinks, Schnee - klein, fein und genau richtig. Dass wir hier mit unserem Après-Ski-Sensei Razvan natürlich bestens aufgehoben sind, versteht sich von selbst. Schon im Sommer hatte er uns durch Timișoara geführt und uns die rumänische Art zu feiern nähergebracht. Im Winter ist er endgültig in seinem Element.

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