21 RIDERPROFILE Bergstolz Ski & Bike Magazin • 05/2026 Alex Rudeau ist mit seinem Bike aufgewachsen. Zusammen mit seinen Eltern und seinem Bruder war er früher schon oft beim Mountainbiken. 2017 hat ihn dann das Trial Fahren in den Bann gezogen. In diesem Jahr wurde er unter anderem auch MTBInstruktor und begann, mit Freunden an ein paar Enduro-Races teilzunehmen. „Ich habe es geliebt“, sagt er rückblickend. Schon damals erzielte er gute Ergebnisse, auch wenn er dabei auf so gut wie jeder Stage stürzte. 2019 fiel dann die Entscheidung, den Trial-Sport an den Nagel zu hängen und seine erste Enduro-Saison in Angriff zu nehmen. In diesem Jahr siegte er im französischen Gesamtcup, wurde 14. bei seinem allerersten EWS-Rennen mit einer Top-5-Stage. Man könnte sagen das war der Wendepunkt seiner Karriere. Was ihn besonders am Enduro-Sport packt, ist vor allem der Zusammenhalt unter den Ridern, die Singletrails im Gebirge, das Fahren blinder Stages und die Erfahrung, die Grenzen seines eigenen Körpers auszuloten. Im Laufe seiner Enduro-Karriere hat sich seine Trial-Vergangenheit als ziemlich nützlich herausgestellt. Denn auf technischen Stages und in kritischen Momenten, in denen man auf keinen Fall stürzen möchte, greift er auf diese Skills zurück. Bei seinem ersten EWS-Rennen wurde ihm das erste Mal so richtig bewusst, dass er Potenzial hat, und die Chance hat bei den Großen mitzuspielen. „Eigentlich war ich dafür gar nicht trainiert und wurde trotzdem auf einer Stage Vierter, also wollte ich schauen, was möglich ist“, so Alex. Einer der emotionalsten Momente seiner Karriere bleibt sein erster EWS-Sieg in Loudenvielle. Der Moment als er über die Ziellinie fuhr und der Speaker seinen Sieg verkündete war für Alex unvergesslich. Auch, dass seine Familie und Freunde anwesend waren, bedeutete ihm viel. Die härteste Phase folgte Ende 2023, als er eine Armthrombose hatte und zeitweise unklar war, ob er jemals wieder Rennen fahren könnte. Am Ende wurde aber alles gut und er konnte die komplette Saison 2024 bestreiten. Mit Druck und Erwartungen kommt er gut klar, denn er braucht genau dieses Gefühl während eines Rennens sogar: „Es treibt mich zu Höchstleistungen an.“ Vor dem Start ist sein Kopf einzig auf die Stage und die anstehende Aufgabe fokussiert. Fokussiert ist er auch auf seine nächsten Ziele. Der Gesamtweltcup-Sieg fehlt noch auf seiner Liste und genau diesen wollte er sich 2026 holen. Bis Mitte Juli führte er der Gesamtwertung der Männer an, bis dann beim UCI-Enduro-Weltcup in der Aletsch Arena die Disqualifikation kam. Doch sein Blick richtet sich schon in das nächste Jahr. Hier wartet bereits die WM in Frankreich auf ihn, welche er unbedingt für sich gewinnen will. Am wichtigsten ist ihm allerdings, die Freude am Biken nicht zu verlieren und auch während eines Rennens Spaß zu haben. ALEX RUDEAU Alter: 30 Wohnort: Frankreich Homespot: Mauves Beruf: Rider Sponsoren: Commencal, Maxxis, eThirteen, Fox, Fizik, Shimano, Peyragudes, Abus, Fidlock, Bosch, Vibram, Ridewrap Ziele: Den Weltmeistertitel 2027 in Frankreich gewinnen Media: @alexrudeau @alexrudeau Foto: Rick Schubert „Most important is to keep the pleasure to ride my bike and having fun during races.“ Foto: Rick Schubert
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