Bergstolz Issue No. 137

KATHI KUYPERS CHAMONIX RIDER PROFILE GRACEY HEMSTREET ALEX RUDEAU FAMILY SHREAD LAKE.BIKE FOTOFOLIO LAURENCE CROSSMAN-EMMS BIKETEST STEPPENWOLF RAYMON MERIDA FOX MAGURA PANASONIC REFURBISHED YETI TRAILS ENDURO NEWS TESTS EVENTS BIKE #137       VERLOSUNG REFURBISHED / YETI 160e SPEZIALICED / AMBUSH 3 SCOTT / RUCKSACK 7MESH / AIR JACKET

3 EDITORIAL / INHALTE IMPRESSUM COVER Location: Chamonix Rider: Kathi Kuypers Fotograf: Nathan Hughes INHALTE 03 Editorial | Impressum 04 News 06 News 08 Verlosung 10 Fotofolio / Laurence Crossman-Emms 14 Kathi Kuypers/Chamonix 20 Riderin Profile / Gracey Hemstreet 21 Rider Profile / Alex Rudeau 22 Test / Merida&Raymon 28 Test / Steppenwolf Fox & Panasonic 29 Test / Magura & Refurbished Yeti 28 Family Shred Unsere letzte Bergstolz-Bikeausgabe 2026. Eine Saison neigt sich zum Ende. Aus der Bikeindustrie ist keine Entwarnung für rückläufige Umsätze festzustellen. Nun hat es auch die Accel Gruppe mit ihren Marken Ghost, Lapierre, Haibike, Winora, Raleigh, Batavus, Koga und Sparta erwischt. Ein Branchenriese geht in das Insolvenzverfahren in Eigenregie. Eine andere Marke hat es nicht geschafft, die Insolvenz in Eigenregie zu überstehen, und ist damit gescheitert. Die Rede ist hier von der Marke Simplon. Leider werden wir auf die tollen Bikes verzichten müssen. Wie lange wird die Misere in der Bikebranche noch anhalten? Zu hohe Preise und die allgemeine wirtschaftliche Lage, immer mehr ansteigende Energiepreise, machen es der Branche nicht einfach, ihre Bikes an den Endverbraucher zu bringen. Es bleibt zu hoffen, dass endlich an de r Preisschraube gedreht wird und die Bikes wieder bezahlbarer werden. Dann werden sich auch wieder mehr Abnehmer finden. Der Herbst steht vor der Tür, die heißen Sommermonate sind vorbei und hoffentlich erlebt ihr noch ein paar tolle Bikeabenteuer. Für uns bedeutet der Herbst, dass wir wieder viel im Sattel sitzen, um die 2027er Bikes für Euch zu testen. Wir scheuen keine Mühen und Kosten und fahren in den Süden, wo es noch sommerlich warm ist und wo die besten Testbedingungen vorherrschen, um die Bikes für Euch auf Herz und Nieren zu testen. Ab März könnt Ihr wieder alle Neuigkeiten, spannende Bikestories und über neue Athleten in unserem Magazin nachlesen. Das ganze Bergstolz-Team bedankt sich für Eure treue Leserschaft und wünscht Euch noch einen schönen Herbst und großartige Bikeabenteuer. Wir melden uns im April 2027 zurück. Damit es aber in der Zwischenzeit nicht langweilig wird, melden sich ab Anfang Oktober 2026 die Kollegen aus der Ski-Abteilung mit spannenden Beiträgen zurück. Der Winter naht und wir alle hoffen auf viel Schnee. In diesem Sinne: Have fun und genießt das Leben. EDITORIAL CHAMONIX FRANKREICH RIDER PROFILE GRACEY HEMSTREET ALEX RUDEAU FAMILY SHREAD LAKE.BIKE FOTOFOLIO LAURENCE CROSSMAN-EMMS BIKETEST STEPPENWOLF RAYMON MERIDA FOX MAGURA PANASONIC REFERISHE YETI TRAILS ENDURO NEWS TESTS EVENTS BIKE #137       Herausgeber und V.i.S.d.P Sports Medien, Ralf Jirgens Angerlweber 5 | 83703 Gmund am Tegernsee email: info@sports-medien.de Projektleitung Günter Scholz // guenter@bergstolz.de +49 (8022) 5080-163 Redaktion Sophie Oettl // sophie@bergstolz.de +49 (8022) 5080-162 Anzeigen Sports Medien |Ralf Jirgens // jirgens@sports-medien.de Grafik | Bildredaktion Nagel Werbeagentur Lektorat Johanna Jirgens // johanna@bergstolz.de Autoren Kathi Kuypers, Till Bohlig, Günter Scholz, Sophie Oettl, Ralf Jirgens Fotografen Saulius Serapinas, Pierre Vieira, Marco Schmidlin, Nicola Damonte, Laurence Crossman-Emms, Nathan Hughes, Brett Hemmings, Graeme Murray, Rick Schubert, Martin Hoffmann, Erwin Haiden, Till Bohlig Druck Athesia Druck GmbH Weinbergweg, 7 | 39100 Bozen | Südtirol | Italien www.athesiadruck.com Web Design Nagel Werbeagentur | Marco Marchese Redaktions-Anschrift Bergstolz Ski & Bike Magazin® c/o Sports Medien | Ralf Jirgens Angerlweber 5 | 83703 Gmund am Tegernsee email: jirgens@sports-medien.de Tel: +49 (8022) 5080-160 Fax: +49 (8022) 5080-169 www.bergstolz.de Bergstolz® ist eingetragener Markenname von Nicolas Nagel. Bergstolz® ist ein geschützter Titel nach §5 Abs.3 MarkenG von Nicolas Nagel (NAGEL Werbeagentur) © 2008-2026 N.N.

4 NEWS Bergstolz Ski & Bike Magazin • 05/2026 Die INTENSITY WATT’EVER ist auf Speed ausgelegt: Mit ihrem geringen Gewicht und den schmalen, flexiblen Bügeln sitzt sie angenehm und sicher, auch wenn es auf dem Trail ruppiger wird. Grip-TechEinsätze an Nasensteg und Bügeln verhindern ein Verrutschen, während die große Panorama-Scheibe für ein weites Sichtfeld sorgt. Dezente Belüftungsöffnungen reduzieren zudem das Beschlagen. Optisch setzt die WATT’EVER- Version mit ihrem kräftigen Violett ein klares Statement. Wir haben die INTENSITY mit REACTIV Gläsern getestet. Die selbsttönenden Scheiben passen sich automatisch den wechselnden Lichtverhältnissen an und werden je nach Sonneneinstrahlung heller oder dunkler. Bergstolz Fazit: Uns hat vor allem der Tragekomfort überzeugt. Die Brille ist so leicht, dass man sie beim Fahren kaum wahrnimmt, sitzt aber trotzdem sicher, auch auf ruppigen Trails. Besonders stark sind die REACTIV Gläser: Der Wechsel zwischen hell und dunkel passiert angenehm fließend und so unauffällig, dass man ihn während der Fahrt praktisch nicht bemerkt. Eine unkomplizierte Brille für wechselnde Bedingungen, die wir definitiv weiterempfehlen würden. www.julbo.com Manuals und Wheelies sehen leicht aus, bis man sie selbst versucht. Der Wheelie Trainer von MTB Hopper soll dabei helfen, Balance und Hinterradkontrolle in einem sicheren Rahmen zu trainieren. Besonders Einsteiger können sich so an den Einsatz der Hinterradbremse herantasten und ein Gefühl für den Kipppunkt entwickeln. Durch eine leichte seitliche Bewegung des Trainers wird auch das Ausbalancieren mit den Beinen simuliert. Das 3-in-1-System lässt sich außerdem fürs Nose-Manual-Training sowie als Fahrradständer nutzen. Kompatibel ist es mit 24-, 26-, 27,5- und 29-Zoll-Laufrädern und Reifenbreiten von 1,5 bis 4,0 Zoll. Gummifüße schützen den Boden, nach dem Training lässt sich der 5,4 kg leichte Trainer flach zusammenklappen und verstauen. Maximales Fahrergewicht: 120 kg. Bergstolz Fazit: Super durchdacht: Leicht, schnell aufgebaut und einfach zu transportieren. Vor allem aber eine richtig gute Möglichkeit, um sich Schritt für Schritt ans Wheelie-Fahren heranzutasten. www.mtbhopper.com JULBO // Intensity MTB HOPPER // Wheelie Trainer Mit dem neuen Strike erweitert Scott sein E-MTB-Portfolio um ein Modell, das vor allem auf Komfort, einfaches Handling und Vielseitigkeit ausgelegt ist. Der Aluminiumrahmen kombiniert 150 mm Federweg mit einer eher entspannten Geometrie. Der Dämpfer ist semi-integriert im Rahmen positioniert, was unter anderem einen tieferen Schwerpunkt ermöglichen soll. Beim Antrieb setzt Scott auf den Bosch Performance Line CX. Laut Hersteller stehen bis zu 120 Nm Drehmoment, 750 Watt Spitzenleistung und maximal 600 Prozent Unterstützung zur Verfügung. Der im Unterrohr integrierte Akku lässt sich zum Laden oder Wechseln entnehmen und kann mit dem 250-Wh-PowerMore Range Extender ergänzt werden. Auch bei den Details setzt Scott auf Alltagstauglichkeit: Das Strike ist für Seitenständer und Schutzbleche vorbereitet, Anschlüsse für Front- und Rücklicht sind bereits verlegt. Zusätzliche Montagepunkte bieten Platz für Tools oder weiteres Zubehör. Je nach Ausstattung kommt ein Intuvia 200 oder Purion 200 Display zum Einsatz. www.scott-sports.com SCOTT // Strike Foto: Pierre Vieira Foto: Saulius Serapinas Beim Golden Days Gravelduro werden Gravel und Enduro in einem ungewöhnlichen Race- Format kombiniert. Während auf dem Gravelbike auf Schotterwegen gegen die Uhr bergauf gefahren wird, geht es anschließend auf den 3-Länder Enduro-Trails zurück Richtung Nauders. Gestartet werden kann im Team, mit einem Gravel- und einem Enduro-Rider, oder solo, wenn man sich beiden Disziplinen selbst stellen möchte. Für die Wertung werden die Zeiten aus Uphill und Downhill addiert. Gefragt sind damit nicht nur Kondition bergauf, sondern auch technische Skills auf den Trails. Den passenden Rahmen liefert die Region rund um den Reschenpass. Zwischen Tiroler Oberland und Südtiroler Vinschgau warten zahlreiche Schotterwege, alpine Trails und Ausblicke bis zum Ortler. Ende September kommt dazu die besondere Herbststimmung mit klarer Bergluft und den ersten goldenen Lärchen. www.nauders.com Mit AllTrack verabschiedet sich Endura von der klassischen Einteilung in Road, Gravel oder MTB. Stattdessen stehen Fahrstil und Passform im Mittelpunkt: Die drei Fits Race, Ride und Rout lassen sich frei kombinieren. Wir haben zwei Teile aus der vielseitigen Ride-Linie getestet. Die Ride Overshorts können solo oder über einer Bibshort getragen werden. Elastisches Ripstop-Material trifft auf eine DWR-Beschichtung gegen Spritzwasser. Der Bund mit Sidelock-Versteller lässt sich unterwegs schnell anpassen. Mehrere Taschen bieten Stauraum, praktisch ist auch der direkte Zugriff auf die Cargo-Pockets einer darunter getragenen Bibshort. Das Ride S/S Jersey kombiniert einen Merino-Mix zur Temperaturregulierung mit robusten, elastischen Ripstop-Ärmeln. Drei Rückentaschen plus Reißverschlusstasche schaffen Platz für die wichtigsten Essentials. Vorgeformte Ärmel und ein silikonierter Saum runden die Ausstattung ab. www.endurasport.com GOLDEN DAYS GRAVELDURO // 25. bis 27. September 2026 treffen in Nauders zwei Bike-Welten aufeinander: ENDURA // AllTrack Collection Fotos: TVB-Tiroler-Oberland-Nauders-Rudi Wyhlidal Wenn der Trail nass und das Wetter ungemütlich wird, sollen Sequence Gore-Tex Jacket und Pants zuverlässig vor Wind und Regen schützen. Beide setzen auf Gore-Tex Performance Material mit PFAS-freier ePE-Membran und einen MTB-spezifischen Schnitt, der auch auf dem Bike genügend Bewegungsfreiheit bietet. Belüftungsreißverschlüsse und das atmungsaktive Material sollen gleichzeitig verhindern, dass es auf längeren Anstiegen zu warm wird. Mit 270 Gramm bei der Herren- und 250 Gramm bei der Damen-Version bleibt die Jacke angenehm leicht. Die Hose bringt 230 beziehungsweise 217 Gramm auf die Waage. Beide Teile sind für Männer und Frauen in verschiedenen Farben erhältlich und bestehen aus bluesign® approved Textilien und Zubehör. Eine leichte Wetterschutz-Kombi für alle, die sich von Regen und Matsch nicht vom Trail vertreiben lassen wollen. www.ortovox.com ORTOVOX // Sequence GORE-TEX

6 NEWS Bergstolz Ski & Bike Magazin • 05/2026 Vom 16. bis 18. Oktober 2026 wird Finale Ligure zum Schauplatz der dritten UCI Mountain Bike Enduro und E-Enduro Weltmeisterschaften. Vergeben werden sechs WM-Titel: bei den EliteDamen und -Herren sowie den Juniorinnen und Junioren im Enduro und bei den Damen und Herren im E-Enduro. Der Austragungsort könnte kaum passender sein: Finale Ligure gilt seit Jahren als eine der wichtigsten Enduro-Destinationen weltweit. Bereits seit dem ersten Finalenduro 2008 gastieren hier internationale Rennserien wie die Enduro World Series und später der UCI Enduro World Cup. Mehr als 200 Trails ziehen sich vom ligurischen Hinterland bis ans Meer und bieten jede Menge technisches und abwechslungsreiches Terrain. Nach Val di Fassa 2024 und dem Schweizer Wallis 2025 kehrt die Enduro-WM damit zurück nach Italien. www.uci.org UCI ENDURO-WM 2026 // Finale Ligure Foto:Nicola Damonte SHIMANO erweitert sein Flat-Pedal-Portfolio um die neuen SAINT PD-G8040 und DEORE XT PD-M8240. Beide Modelle setzen auf eine 121 × 110 mm große, doppelt konkave Plattform und zehn Pins pro Seite. Damit richten sie sich vor allem an Rider aus dem Trail-, Enduro- und Gravity-Bereich. Das SAINT PD-G8040 ist dabei klar auf harte Downhill- und Enduro-Einsätze ausgelegt. Ein geschmiedeter Aluminiumkörper, eine zusätzliche Composite-Skid-Plate und robuste Pins sollen auch bei häufigem Kontakt mit Steinen einiges wegstecken. Gewicht: 393 Gramm. Das DEORE XT PD-M8240 übernimmt das grundlegende Plattformkonzept, ist jedoch stärker auf Trail und Enduro ausgerichtet und kommt ohne zusätzliche Skid-Plate. Es bringt 423 Gramm auf die Waage. Beide Pedale sind vollständig wartbar, die Pins lassen sich austauschen. bike.shimano.com SHIMANO // SAINT und DEORE XT Flat Pedals Im Sommer auf den Winter freuen? Das ist doch verrückt! Ja, aber wer verrückt nach Schnee ist, spürt diese besondere Vorfreude auf den Winter in Tirol das ganze Jahr. Statt der warmen Jahreszeit nachzutrauern, träumen Schneefans von frischem Neuschnee und klarer Bergluft auf über 3.000 Metern. Mit der Snow Card Tirol beginnt der Winter bereits am 1. Oktober 2026. Über 90 Skigebiete, mehr als 1.000 Liftanlagen und rund 4.000 Pistenkilometer machen die Karte zum ultimativen Ticket in den Tiroler Winter. Den Anfang machen die fünf Tiroler Gletscher Kaunertal, Pitztal, Hintertux, Stubai und Sölden. Hier lassen sich schon im Oktober die ersten Turns sammeln. 75 Seilbahnen und Liftanlagen, über 300 Pistenkilometer und unberührte Tiefschneehänge garantieren einzigartige Glücksmomente. Nach und nach folgen die weiteren Partner-Skigebiete – vom Pillerseetal bis zu Klassikern wie Kitzbühel, Mayrhofen oder SerfausFiss-Ladis. Der Verkauf der Snow Card Tirol startet am 26. September 2026. Weitere Informationen: www.snowcard.tirol.at | www.tirolergletscher.com SNOW CARD TIROL // Gültig in über 90 Skigebieten Foto: Marco Schmidlin Foto: Sterling Lorence Mit dem Targon bringt ABUS einen neuen modularen MTB-Helm auf den Markt, der sich mit wenigen Handgriffen von einem Fullface-Helm in eine Halbschale verwandeln lässt. Das patentierte Speed Latch System ermöglicht es, den Kinnbügel auf beiden Seiten schnell zu lösen oder wieder zu befestigen. Damit soll der Targon vom Bikepark bis zur entspannten Tour ein breites Einsatzgebiet abdecken. Für die individuelle Passform sorgen verstellbare Vario Pads im Kinnbügel und das Zoom Rapid Fit System am Hinterkopf. Dazu kommen 15 Belüftungsöffnungen, FIDLOCKMagnetverschluss und ein abnehmbarer Visor. Die MIPS Version ist zusätzlich mit MIPS Air Node Pro ausgestattet. Der Targon erfüllt unter anderem die Downhill-Norm ASTM F1952-22 und wiegt in Größe S ab 950 Gramm mit bzw. 490 Gramm ohne Kinnbügel. Erhältlich ist er in drei Größen und vier Farben. Bergstolz Fazit: Völlig unkompliziert in der Bedienung. Der Kinnbügel lässt sich so schnell abnehmen, dass man ihn sogar noch kurz vor der Liftfahrt entfernen kann. Der Targon sitzt gut, fühlt sich angenehm leicht am Kopf an und kann auch optisch überzeugen. Cooler Look, cleveres System! www.abus.com Protektoren sollen schützen, dabei aber möglichst wenig stören. Genau hier setzt Leatt mit der neuen 6.0 Evo-Serie für Knie und Ellbogen an. Alle Modelle erfüllen laut Hersteller die Anforderungen der CE-Schutzklasse Level 2 – selbst der besonders schlanke Knee Guard 6.0 Evo Lite. Die Protektoren sind flexibel aufgebaut und sollen sich auch unter langer Bikebekleidung angenehm tragen lassen. Beim 6.0 Evo und Evo EXT kommen zusätzlich robuste Gleitplatten zum Einsatz. Wer mehr Schutz sucht, bekommt mit dem EXT-Modell eine verlängerte Variante, die neben dem Knie auch das Schienbein abdeckt. Ergänzt wird die Serie durch den Elbow Guard 6.0 Evo. www.leatt.com ABUS // Targon LEATT // 6.0 Evo Knie- und Ellbogenschützer Mit dem ONE meldet sich Raleigh mit einem ziemlich cleanen Urban E-Bike zurück. Statt komplexer Schaltung setzt das Bike auf Singlespeed, Carbon-Riemenantrieb und einen Mivice M070 Heckmotor. Breite Reifen, hydraulische Scheibenbremsen und eine integrierte Lichtanlage gehören ebenfalls zur Ausstattung. Ein Schwerpunkt liegt auf den smarten Funktionen. Über die Raleigh App lässt sich das Bike unter anderem digital sperren. Eine Alarmfunktion ist serienmäßig integriert, GPS-Tracking und weitere Features sind je nach Mitgliedschaft als Zusatzoption erhältlich. Bergstolz Fazit: Super stylisches Bike mit vielen coolen Details – selbst Passanten kommentierten: „Das ist aber ein schönes Bike!“ Der Motor unterstützt angenehm sanft und macht die fehlende Schaltung im Flachen kaum bemerkbar. Am Berg sieht das naturgemäß anders aus. Verarbeitung und Anbauteile haben uns ebenfalls gut gefallen, besonders der Gepäckträger. raleighbicycles.com RALEIGH // 0ne

8 VERLOSUNG Bergstolz Ski & Bike Magazin • 05/2026 Foto: Haruki 'Harookz' Noguchi Wie nimmst du teil? Schicke uns einfach die Lösung zur Gewinnspielfrage (welche du auf unserer Webseite findest) an die verlosung@bergstolz.de! Email schicken, im Lostopf landen und mit etwas Glück gewinnen Foto: Bergstolz GEWINNE UNSER TESTBIKE! // Yeti 160E refurbished by Upway Wer auf anspruchsvollen Trails unterwegs ist, will nicht nur seine Ausrüstung verstauen, sondern im besten Fall auch den Rücken schützen. Genau hier setzt der SCOTT Trail Protect 20 an: Der 20-Liter-Rucksack kombiniert Stauraum mit einem integrierten D3O®-Rückenprotektor, der bei einem Aufprall zusätzlichen Schutz bieten soll. Leicht zugängliche Taschen sorgen dafür, dass wichtige Kleinigkeiten unterwegs schnell griffbereit sind. Praktisch für lange Trail-Tage: Mit den außenliegenden Riemen lassen sich sowohl Halbschalen- als auch Fullface-Helme am Rucksack befestigen. www.scott-sports.com SCOTT // Trail Protect 20 Rucksack Mit dem Ambush 3 bringt Specialized einen neuen TrailHelm, bei dem vor allem Belüftung und Komfort im Fokus stehen. Das 4D-Kühlsystem leitet die Luft durch tiefe interne Kanäle und über Öffnungen am Hinterkopf wieder nach außen. Ein integrierter AirCage soll dabei für die nötige Stabilität sorgen. Zur Ausstattung gehören Mips Air Node Pro, das BOA FS1-Anpassungssystem und ein magnetischer FIDLOCK-Verschluss. Das abnehmbare Visier lässt sich in vier Positionen verstellen und schafft bei Bedarf Platz für die Brille. Zusätzlich ist ein Brillenfach direkt in den Helm integriert. www.specialized.com SPECIALIZED // Ambush 3 Gerade noch Sonne, fünf Minuten später Regen. Auf langen Trail-Tagen kann das Wetter schnell umschlagen. Genau dafür hat 7mesh die Guardian Air Jacket entwickelt. Die dreilagige Shell setzt auf eine PFAS-freie GORE-TEX ePE-Membran und bringt gerade einmal 200 Gramm bei den Herren bzw. 180 Gramm bei den Damen auf die Waage. Damit lässt sie sich klein verstauen und soll trotzdem zuverlässigen Wetterschutz bieten. Für Bewegungsfreiheit sorgt die 360°-Schnittführung. Dazu kommen eine helmtaugliche CrossPull-Kapuze, ein Zwei-Wege-Frontreißverschluss zur Belüftung, handschuhfreundliche Ärmelabschlüsse sowie Taschen, die auch mit Rucksack oder Gurt erreichbar bleiben. Die Guardian Air ist nicht nur fürs Mountainbiken gedacht, sondern auch für Trailrunning, Skitouren und andere Outdoor-Aktivitäten. www.7mesh.com 7MESH // Guardian Air Jacket Dieses Bike kennt ihr aus dieser Ausgabe und jetzt könnt ihr es gewinnen! Gemeinsam mit Upway verlosen wir genau das Yeti 160E, das wir für unseren Refurbished-Check auf Herz und Nieren getestet haben. Das E-Enduro kommt mit Shimano EP800 Motor, 630-Wh-Akku, Fox 38 Factory Federgabel, Fox X2 Dämpfer und Shimano XT Schaltung. Bevor das Yeti bei uns gelandet ist, wurde es von Upway aufbereitet und geprüft. Dabei wurden unter anderem Griffe, Reifen und Sattel erneuert sowie ein Gabelservice durchgeführt. Klar, ein paar Lackplatzer und Gebrauchsspuren hat das Bike bereits gesammelt, schließlich hat es schon ein paar Trailkilometer hinter sich. Wie sich das refurbished Yeti bei uns geschlagen hat und ob der Gebrauchtkauf überzeugen konnte, lest ihr weiter hinten in dieser Ausgabe in unserem ausführlichen Upway-Test. Kleiner Spoiler: Günter hatte im verblockten, felsigen Gelände ziemlich viel Spaß damit. Und das Beste: Nach unserem Test wandert das Yeti nicht zurück ins Lager, sondern direkt zu einem oder einer von euch! www.upway.de

10 FOTOFOL I O Bergstolz Ski & Bike Magazin • 05/2026 Laurence CrossmanEmms Laurence Crossman-Emms lebt in Nordwales ist Fotograf und das aus echter Leidenschaft. Als Teenager hatte er nur drei Dinge im Kopf: Bikes, draußen sein und seine Kamera. Daraus wurde eine waschechte Karriere im internationalen Editorial- und CommercialBereich. Angefangen hat er damit, seine Kumpels auf den lokalen Trails abzulichten, bevor es ihn in die Pro-MTB-Szene zog. Laurence will nicht einfach nur festhalten, wie jemand fährt, er sucht nach neuen Perspektiven, dramatischen Licht und Wegen, die Action richtig in die Landschaft einzubetten. 2019 hat er beim Red Bull Illume Image Quest abgeräumt: Sein Bild von Katy Winton, wie sie durch eine tiefe Pfütze pflügt, holte den Sieg in der Kategorie „Innovation“. Auch nach Jahren voller Reisen um die ganze Welt ist Nordwales für ihn immer noch Zuhause und die Inspiration Nummer eins. @Laurence_ce www.laurence-ce.com Foto: Selfy Blake Samson // Whistler, BC / Canada

11 FOTOFOL I O Bergstolz Ski & Bike Magazin • 05/2026 Ollie Jones // Whistler, BC / Canada Katy Winton // Blaenau Ffestiniog /North Wales

12 FOTOFOL I O Bergstolz Ski & Bike Magazin • 05/2026 Blake Samson // Woburn Sands / England, UK

13 FOTOFOL I O Bergstolz Ski & Bike Magazin • 05/2026 Tuck Light trail - Blake Samson // Bayston Hill / England, UK Forest Scrub - Remy Metailler // Squamish, BC / Canada Fire Scrub - Mike Hopkins // Whistler, BC / Canada

14 CHAMON I X Bergstolz Ski & Bike Magazin • 05/2026 Chamonix muss man eigentlich nicht vorstellen. Mont Blanc, Aiguille du Midi, Gletscher, Couloirs, Steilwände und eine Skigeschichte, die bis heute ihresgleichen sucht. Wer hier im Winter unterwegs ist, bewegt sich auf den Spuren von Alpinisten, Freeridern und Skifahrern, die das Spiel mit der Schwerkraft immer weitergetrieben haben. Also genau der richtige Ort für mich. CHAMONIX wo das Mountainbike noch Gast ist Text: Kathi Kuypers | Fotos: Nathan Hughes

15 CHAMON I X Bergstolz Ski & Bike Magazin • 05/2026

16 CHAMON I X Bergstolz Ski & Bike Magazin • 05/2026 Ich bin allerdings nicht mit Ski angereist. Ich habe das Marin Alpine Trail EXR eingepackt. Und damit fühlt sich Chamonix plötzlich ein bisschen anders an. Als ich ankomme, zeigt mir der Local und Fotograf Nathan Hughes zunächst die Stadt. Wir rollen durch Chamonix, vorbei an Cafés, Bergsportläden und den klassischen Kulissen des Mont-Blanc-Tals. Ein Ort, an dem die Berge nicht irgendwo am Horizont stehen, sondern unmittelbar hinter den Häusern aufragen. Nathan kennt die Gegend gut und führt mich unter anderem zum Placette de la Tounoubre, wo wir uns erst einmal Kaffee und Kuchen gönnen. Am nächsten Morgen wechseln wir das Verkehrsmittel. Mit der Aiguille-du-MidiBahn schweben wir auf 3.842 Meter. Innerhalb weniger Minuten verändert sich die Welt. Unten liegt Chamonix, dann verschwindet der Wald und plötzlich stehen wir mitten im Hochgebirge. Hier oben beginnt unter anderem die legendäre Vallée Blanche. Rund 20 Kilometer lang, mit ungefähr 2.800 Höhenmetern, führt die Abfahrt durch eine spektakuläre Gletscherlandschaft mit Spalten und gewaltigen Gipfeln. Und genau das erklärt einen Teil des Mythos Chamonix: Hier ist das Gelände nicht einfach nur steil, es ist supersteil. Die Geschichte des Extrem-Skifahrens wurde hier maßgeblich mitgeschrieben. In den 1960er-Jahren fuhr Sylvain Saudan, der „Skieur de l'impossible“, Hänge mit mehr als 50 Grad Neigung. Später folgten Fahrer wie Patrick Vallençant und Anselme Baud mit Linien, die heute zu den Klassikern des extremen Skifahrens zählen. Chamonix steht deshalb weniger für den gemütlichen Skizirkus als für Freeride, Steilwand und Hochgebirge. Die Aiguille du Midi ist dafür das perfekte Symbol. Der schmale Grat, über den sich Skifahrer teilweise zunächst mit Steigeisen bewegen müssen, bevor überhaupt die Ski angeschnallt werden, ist bereits Teil des Abenteuers. Aber genau das macht die Sache spannend. Auch wenn ich mein EMTB auf dem Midi nicht mitgenommen habe und hier mit den Bergschuhen unterwegs bin, frage ich mich stets, während unter mir die berühmten Skiabfahrten beginnen: „Was würde hier wohl mit zwei 29-Zoll-Reifen funktionieren?“ Zurück im Tal wechseln wir die Perspektive. Rund um Le Tour beziehungsweise Balme gibt es im Sommer Trails und Bike-Angebote. Und hier merkt man schnell: Wenn Chamonix Mountainbike will, dann kann es das auch richtig gut. Die Landschaft ist dafür ohnehin gemacht. Steile Hänge, natürliche Geländestufen, felsige Passagen, Wurzeln und jede Menge Höhenmeter. Dazu diese Kulisse, bei der man sich manchmal fast dabei erwischt, mehr nach oben als auf den Trail zu schauen. Bei einigen Jumps im Bikepark sollte man allerdings genauer hinschauen, bevor man einfach blind loslegt. Meine Vermutung: Die Wintersport-Freerider haben sich hier im Sommer mit der Schaufel ordentlich ausgetobt. Außerhalb der ausgewiesenen Bike-Infrastruktur wird es allerdings komplizierter. Chamonix ist keine Destination, in der man einfach davon ausgehen kann, dass jede Sommerbahn das Mountainbike mitnimmt oder jeder Wanderweg automatisch auch ein Bike-Trail ist. Das ist vielleicht einer der größten Unterschiede zu klassischen Mountainbike-Destinationen. In Whistler, Finale oder Leogang ist das Mountainbike Teil der touristischen DNA. In Chamonix ist es eher ein Gast, der sich seinen Platz noch sucht. Und genau deshalb habe ich das eMTB eingepackt. Denn wenn der Lift nicht fährt oder keine Bikes mitnimmt, muss ich eben selbst hoch. Und dafür ist ein eMTB in dieser Gegend ziemlich praktisch. Wir fahren weiter nach oben und checken die Höhenwege rund um die Chalets de Charamillion aus. Schon die Auffahrt macht klar, dass Chamonix keine

Region für gemütliches Kilometer-Sammeln ist. Die Wege ziehen sich steil durch das Gelände, immer wieder unterbrochen von technischen Abschnitten. Dann kommt der Moment, auf den man beim Uphill eigentlich die ganze Zeit wartet: Der Weg wird schmaler, die Geschwindigkeit steigt und aus dem Höhenweg wird plötzlich ein Trail. Das Bike fühlt sich leicht genug an, um es auch durch enge Passagen zu drücken, gleichzeitig gibt die zusätzliche Motorleistung die Möglichkeit, auch technische Gegenanstiege nicht sofort zum Schiebestück werden zu lassen. Und genau darin liegt für mich der Reiz eines eMTBs. Es geht darum, mehr fahren zu können, mehr zu erkunden. Meine Neugier wird immer größer, was Chamonix zu bieten hat. Am nächsten Tag geht es die Forêt communale Bergstraße hoch. Der Plan ist simpel: Höhenmeter sammeln, weiter nach oben und möglichst viel TrailZeit herausholen. Die Forststraße zieht sich steil durch den Wald, sehr steil. So steil, dass ich es irgendwann sogar anspruchsvoll finde im Tour-Modus mit dem EMTB zu treten. Dann kommt das Geräusch, das jeder Mountainbiker kennt und niemand hören möchte: Klonk. Kette gerissen. Zum Glück gehört ein Kettenschloss für mich genauso ins Gepäck wie Helm und Handschuhe. Ein paar Handgriffe später ist die Kette wieder zusammen und weiter geht's. Solche kleinen Pannen gehören für mich zum Mountainbiken genauso dazu wie zerkratzte Schienbeine. Man kann noch so viel planen – irgendwann kommt immer irgendetwas. Und genau deshalb sollte man gerade bei alpinen Touren nicht nur auf Reichweite und Akkukapazität schauen, sondern auch auf das kleine Reparaturset. Denn wenn der nächste Lift mehrere Kilometer entfernt ist, wird aus einem kleinen Defekt ziemlich schnell ein großer Fußmarsch. 800 Wattstunden um meine Neugierde zu befriedigen Unser Ziel ist die Flégère. Der Bereich rund um die Bergstation liegt auf knapp 1.900 Metern und öffnet den Blick weit über das Tal und hinüber zum Mont Blanc. Wir fahren bis zum Refuge de la Flégère und noch ein Stück weiter. Spätestens jetzt zeigt sich, was unser eMTB kann. Die Anstiege sind teilweise so steil, dass man irgendwann nicht mehr nur gegen den Berg, sondern auch gegen die eigene Traktion kämpft. Gerade auf losem Untergrund muss man sauber treten, das Gewicht über dem Hinterrad halten und gleichzeitig genug Druck auf den Lenker bringen, damit das Vorderrad nicht irgendwann einfach einen Wheelie macht und mich abwirft. Mit einem normalen Mountainbike wäre der eine oder andere Abschnitt für mich vermutlich eher eine Frage der persönlichen Leidensfähigkeit. Mit dem eMTB wird daraus eine technische Uphill-Herausforderung. Und genau das gefällt mir. Denn ein guter Uphill kann genauso viel Spaß machen wie eine Abfahrt. Wenn der Trail schmal wird, die Steine größer werden und man sich die Linie zwischen den Felsen suchen muss, ist man plötzlich genauso konzentriert wie bergab. Nur eben mit deutlich weniger Geschwindigkeit und mein Puls schlägt mir auch die Halsschlagader hoch. Der Motor ist der stille Partner, der mir ein solches Abenteuer überhaupt erst ermöglicht. Das Ziel ist, oben noch genug Energie für das zu haben, weshalb wir überhaupt hier sind: Die Abfahrt. Und dann geht es runter. Nach den ganzen Höhenmetern kommt endlich der Moment, für den sich die Anstrengung lohnt. Dropper Post absenken, Pedal einklicken, Helm checken. Und dann geht es los. Die ersten Meter sind noch relativ flowig. Das Bike beschleunigt, der Untergrund wird rauer und plötzlich ist Schluss mit entspanntem Rollen. Felsen, Wurzeln, enge Kurven. Das Alpine Trail fühlt sich genau hier in den „Big Mountains“ zu Hause. Ich liebe diese Art von Trails! Nicht unbedingt die perfekte Bikepark-Autobahn, sondern natürliche Linien, bei denen man jede Kurve lesen muss. Ein Stein liegt anders als beim letzten Durchgang, eine Wurzel ist feucht, irgendwo rutscht loses Geröll über den Trail. Man fährt nicht einfach, man reagiert. Und genau das macht Mountainbiken für mich aus. Es ist diese Mischung aus Geschwindigkeit, Technik und dem Gefühl, einen Berg nicht einfach nur zu bezwingen, sondern sich durch ihn hindurchzubewegen. Immer wieder öffnen sich zwischen den Bäumen die Blicke auf das Mont-BlancMassiv. Für ein paar Sekunden schaue ich nach links und muss mich daran erinnern, dass ich eigentlich gerade einen Trail hinunterfahre. Chamonix schafft es, selbst eine gute Abfahrt noch einmal größer wirken zu lassen. Was mich an Chamonix besonders fasziniert, ist die Nähe zwischen Mountainbike und Alpinismus. Natürlich sind die Dimensionen andere. Ein Mountainbike-Trail ist kein Couloir. Ein eMTB ist kein Paar Ski für die Vallée Blanche. Und ein Bikepark hat wenig mit einer Expedition auf einen 4.000er zu tun. Aber die Grundidee ist ähnlich: Raus ins Gelände, Trails auskundschaften und sich mit dem Berg auseinandersetzen. Mountainbiker sind es gewohnt, dass nicht alles perfekt präpariert ist. Wir suchen 17 CHAMON I X Bergstolz Ski & Bike Magazin • 05/2026

18 CHAMON I X Bergstolz Ski & Bike Magazin • 05/2026 Lines durch Wurzeln und Steine kämpfen uns über Gegenanstiege und tragen das Bike notfalls auch mal ein Stück. Chamonix verlangt genau ein bisschen Pioniergeist. Was mir nach diesen Tagen besonders auffällt: Chamonix fühlt sich auf dem Mountainbike noch nicht durchoptimiert an und das meine ich positiv. Es gibt keine riesige Auswahl an perfekt ausgeschilderten Trails, keine Liftstation, an der du automatisch weißt, welche Bahn dich mit Bike nach oben bringt, und nicht hinter jeder Kurve eine Trail-Crew. Dafür gibt es dieses Gefühl, etwas entdecken zu können, man muss recherchieren, Einheimische fragen und Karten studieren. Auf Trailforks findet man nicht wirklich was und manchmal muss man umdrehen. Aber mit einem EMTB nicht so schlimm und dann steht man vor einem Trail und denkt sich: Okay, das könnte jetzt richtig gut werden. Genau dieses Entdecken war einer der Gründe, warum ich nach Chamonix wollte. Denn Mountainbiken war immer auch ein bisschen Pioniersport. Die ersten Fahrer haben keine perfekt gebauten Trails vorgefunden. Sie sind mit ihren Bikes in die Berge gefahren und haben ausprobiert, was funktioniert. Chamonix erinnert ein bisschen daran. Chamonix ist anders. Was mir von den Tagen in Chamonix am meisten bleibt, ist genau dieser Widerspruch. Auf der einen Seite ist die Region eine der großen Bühnen des alpinen Sports. Hier wurden Skigeschichte und Extrem-Skifahren geschrieben, hier führen legendäre Linien durch ein Gelände, das selbst aus der Distanz Respekt einflößt. Auf der anderen Seite steht das Mountainbike noch ein bisschen jungfräulich. Man muss wissen, wo man fahren darf, bzw kann. Und man muss akzeptieren, dass nicht jeder Weg, der auf der Karte verlockend aussieht, auch für Bikes gedacht ist. Aber vielleicht ist genau das der Reiz. Chamonix ist keine klassische Bike Destination, die einem das perfekte Trail-Menü auf dem Silbertablett serviert. Man muss sich die Trails ein bisschen erarbeiten. Dafür wird man mit etwas belohnt, das kein Bikepark der Welt nachbauen kann. Dem Gefühl, mitten in einer der beeindruckendsten Berglandschaften Europas unterwegs zu sein. Zwischen Mont Blanc und Aiguille du Midi, zwischen Gletscher und Wald, zwischen alten Alpinismus-Geschichten und technischen Abfahrten. Und vielleicht ist das Mountainbike in Chamonix tatsächlich noch ein Gast. Aber einer, der sich langsam seinen Weg sucht. Ich komme jedenfalls wieder.

19 CHAMON I X CHAMONIX REGION: • In den französischen Alpen • Am Fuße von: Mont Blanc (4.807 m) • In den französischen Alpen •Bekannt für: Alpinismus, Freeride, Steilwand-Skiing & Vallée Blanche, Aiguille du Midi: 3.842 m BIKE Rund um Chamonix gibt es natürliche Trails und Bike-Angebote, unter anderem rund um Le Tour/Balme. Anders als in klassischen Bike-Destinationen ist die Infrastruktur aber weniger auf Mountainbiker ausgelegt. Nicht jede Bahn transportiert Bikes und nicht jeder Weg ist fahrbar. // www.de.chamonix.com KATHI KUYPERS Kathi ist seit vielen Jahren eine feste Größe der Freeride-MTB-Szene und eine der Pionierinnen im Frauen-Slopestyle. Wohnort: Bad Aibling & Samerberg Beruf: Bike-Profi www.kathikuypers.de I N F O BOX

20 RIDERPROFILE Bergstolz Ski & Bike Magazin • 05/2026 Gracey Hemstreet musste nie lange überlegen, welchen Sport sie einmal machen würde. Das Mountainbiken war von Anfang an Teil ihres Lebens. Während andere Kinder ihre ersten Runden auf dem Spielplatz drehten, lernte sie mit vier oder fünf Jahren auf dem Rasen zwischen ihrer Mutter und ihrem Großvater hin und her zu fahren. Wenige Jahre später stand sie bereits dort, wo ihre Geschichte eigentlich beginnt. Im Coast Gravity Park. Ihr Vater gehörte zu den Menschen, die die Trails des Parks mit aufgebaut haben. Während die Erwachsenen schaufelten und bauten, fuhr Gracey ihre Runden. „Ich bin einfach hochgelaufen und wieder runtergefahren“, erinnert sie sich. Damals war sie acht Jahre alt. Dass daraus einmal eine Karriere werden würde, spielte keine Rolle. Es ging ihr nur ums Fahren. Vielleicht ist genau das bis heute ihr größter Vorteil geblieben. Auf die Frage, wann Downhill mehr als nur Spaß wurde, antwortet sie trocken: „Downhill ist Spaß. Deshalb mache ich es.“ Eine Antwort, die viel über ihre Herangehensweise verrät. Während andere früh über Resultate und Karriere nachdenken, fuhr Gracey einfach. Die Erfolge kamen von allein. Schon als Juniorin gehörte sie zu den Schnellsten ihrer Generation. Druck verspürte sie dabei kaum. Sie fuhr Rennen, weil sie Lust darauf hatte, nicht weil sie musste. Natürlich seien die Erwartungen heute größer, sagt sie. Vor allem die eigenen. Trotzdem versucht sie, sich genau das zu bewahren, was sie von Anfang an angetrieben hat, den Spaß. Ihr erster World Cup im Jahr 2021 ist dafür ein gutes Beispiel. Gemeinsam mit ihrer Mutter, ihrem Großvater und einigen Freunden von der Sunshine Coast reist sie zum Rennen. Oben am Start sitzen sie und eine Freundin zwischen den besten Riderinnen der Welt. Während die Konkurrenz auf Trainingsbikes aufwärmt, schauen sie sich an und denken: „Okay, dann machen wir halt ein paar Hampelmänner.“ Die Nervosität wird von Neugier verdrängt. Am Ende qualifiziert sie sich als Schnellste und wird Fünfte. Ein erster Vorgeschmack auf das, was noch kommen sollte. Besonders geprägt haben sie die Erfahrungen bei Red Bull Hardline. Als sie zum ersten Mal in Tasmanien am Start steht, wirkt die Strecke fast absurd. Gemeinsam mit ihrem Vater läuft sie den Kurs ab. Bei manchen Features denkt sie nur: „Keine Chance, warum bin ich überhaupt hier?“ Doch sobald das Training beginnt, verändert sich etwas. Sprung für Sprung wächst das Vertrauen. Am Ende gehört sie zu den wenigen Frauen, die die Strecke komplett bezwingen. Ein Moment, auf den sie bis heute stolz ist. Trotz aller Erfolge lief nicht immer alles nach Plan. Einer der schmerzhaftesten Momente kam vergangene Saison in Andorra. Kurz vor dem Ziel stürzt sie auf einem vermeintlich einfachen Feature und verliert dadurch die Chance auf einen Sieg. Auch der verpasste Gesamtsieg schmerzte. Doch lange aufhalten lässt sie sich davon nicht. „Du machst einfach weiter“, sagt sie. Was sie antreibt, ist einfach: Sie hat ihre Ziele noch nicht erreicht. Es gibt noch Titel zu gewinnen, Herausforderungen zu meistern und Grenzen zu verschieben. Und solange das so ist, wird Gracey Hemstreet weiter das tun, was sie schon als Kind im Coast Gravity Park getan hat: Hochlaufen, runterfahren und jede Menge Spaß dabei haben. “Just have fun” GRACEY HEMSTREET Alter: 21 Wohnort: Squamish, British Columbia Homespot: Sunshine Coast Beruf: Downhill MTB Rider, Sponsoren: Norco, adidas, Race Division, Red Bull Ziele: Overall und World Championships gewinnen Media: @graceyhemstreet Foto: Brett Hemmings / Red Bull Content Pool Fotos: Graeme Murray / Red Bull Content Pool

21 RIDERPROFILE Bergstolz Ski & Bike Magazin • 05/2026 Alex Rudeau ist mit seinem Bike aufgewachsen. Zusammen mit seinen Eltern und seinem Bruder war er früher schon oft beim Mountainbiken. 2017 hat ihn dann das Trial Fahren in den Bann gezogen. In diesem Jahr wurde er unter anderem auch MTBInstruktor und begann, mit Freunden an ein paar Enduro-Races teilzunehmen. „Ich habe es geliebt“, sagt er rückblickend. Schon damals erzielte er gute Ergebnisse, auch wenn er dabei auf so gut wie jeder Stage stürzte. 2019 fiel dann die Entscheidung, den Trial-Sport an den Nagel zu hängen und seine erste Enduro-Saison in Angriff zu nehmen. In diesem Jahr siegte er im französischen Gesamtcup, wurde 14. bei seinem allerersten EWS-Rennen mit einer Top-5-Stage. Man könnte sagen das war der Wendepunkt seiner Karriere. Was ihn besonders am Enduro-Sport packt, ist vor allem der Zusammenhalt unter den Ridern, die Singletrails im Gebirge, das Fahren blinder Stages und die Erfahrung, die Grenzen seines eigenen Körpers auszuloten. Im Laufe seiner Enduro-Karriere hat sich seine Trial-Vergangenheit als ziemlich nützlich herausgestellt. Denn auf technischen Stages und in kritischen Momenten, in denen man auf keinen Fall stürzen möchte, greift er auf diese Skills zurück. Bei seinem ersten EWS-Rennen wurde ihm das erste Mal so richtig bewusst, dass er Potenzial hat, und die Chance hat bei den Großen mitzuspielen. „Eigentlich war ich dafür gar nicht trainiert und wurde trotzdem auf einer Stage Vierter, also wollte ich schauen, was möglich ist“, so Alex. Einer der emotionalsten Momente seiner Karriere bleibt sein erster EWS-Sieg in Loudenvielle. Der Moment als er über die Ziellinie fuhr und der Speaker seinen Sieg verkündete war für Alex unvergesslich. Auch, dass seine Familie und Freunde anwesend waren, bedeutete ihm viel. Die härteste Phase folgte Ende 2023, als er eine Armthrombose hatte und zeitweise unklar war, ob er jemals wieder Rennen fahren könnte. Am Ende wurde aber alles gut und er konnte die komplette Saison 2024 bestreiten. Mit Druck und Erwartungen kommt er gut klar, denn er braucht genau dieses Gefühl während eines Rennens sogar: „Es treibt mich zu Höchstleistungen an.“ Vor dem Start ist sein Kopf einzig auf die Stage und die anstehende Aufgabe fokussiert. Fokussiert ist er auch auf seine nächsten Ziele. Der Gesamtweltcup-Sieg fehlt noch auf seiner Liste und genau diesen wollte er sich 2026 holen. Bis Mitte Juli führte er der Gesamtwertung der Männer an, bis dann beim UCI-Enduro-Weltcup in der Aletsch Arena die Disqualifikation kam. Doch sein Blick richtet sich schon in das nächste Jahr. Hier wartet bereits die WM in Frankreich auf ihn, welche er unbedingt für sich gewinnen will. Am wichtigsten ist ihm allerdings, die Freude am Biken nicht zu verlieren und auch während eines Rennens Spaß zu haben. ALEX RUDEAU Alter: 30 Wohnort: Frankreich Homespot: Mauves Beruf: Rider Sponsoren: Commencal, Maxxis, eThirteen, Fox, Fizik, Shimano, Peyragudes, Abus, Fidlock, Bosch, Vibram, Ridewrap Ziele: Den Weltmeistertitel 2027 in Frankreich gewinnen Media: @alexrudeau @alexrudeau Foto: Rick Schubert „Most important is to keep the pleasure to ride my bike and having fun during races.“ Foto: Rick Schubert

22 FAMILY SHRED Bergstolz Ski & Bike Magazin • 05/2026 Meine Söhne Flynn und Janosch (Zwillinge, 10 Jahre) haben im Frühjahr ihre ersten und lang ersehnten Mountainbike-Fullys bekommen. Die logische Konsequenz: Unser erster gemeinsamer Vater-Söhne-Mountainbike-Roadtrip. Es ging zuerst nach Finale Ligure und dann weiter nach Leogang. Unseren persönlichen Happy Place haben wir schließlich in Kärnten auf und um die Trails von lake.bike gefunden. Während wir in den anderen Bike-Regionen wohl weit mehr Abfahrtsmeter sammelten, bot uns die Region Villach – Faaker See – Ossiacher See die perfekte See-Bike Balance. Das abwechslungsreiche Trailnetz, traumhafte Seen und Natur, zahlreiche weitere Aktivitäten, sowie die familiäre Atmosphäre machten diesen Trip actionreich und entspannt zugleich. Vor ziemlich genau 10 Jahren entstanden die ersten legalen Mountainbike-Trails in der Region Villach und seitdem erfasst der Name lake.bike sinnbildlich die wichtigsten Merkmale des Angebots: Die kristallklaren Seen und die besagten Trails. Anfang Juli begrüßt uns bestes Wetter und grandioses Berg-Panorama. Es riecht nach Sommer und frisch gemähtem Heu. An unserem ersten Morgen pedalieren wir von unserer Unterkunft auf dem Radweg am Ostufer des Faaker See zur namensgebenden Ortschaft Faak. Hier startet der Uphill zu den zahlreichen Trails im Trailcenter Faaker See. Bei der Baumgartnerhöhe angekommen drehen wir die ersten Runden auf den Trails, die teils über saftige Wiesen, teils durch den Wald verlaufen. Immer wieder kann man den fantastischen Blick auf den türkisfarbenen Faaker See genießen. Wir sind zeitgleich zur 10-Jahre lake.bike Jubiläums-Feier vor Ort, die mit verschiedenen Ride-Outs und gemeinsam mit Bike-Prominenz wie unter anderem den Ruso-Bros, Nina Gutenthaler und Stefan Müller eingeläutet wird. Das erste Highlight von vielen für die Jungs an unseren fünf Tagen in der Region. Mit einem breiten Grinsen und im Train machen rund 15 Kids und Junggebliebene mit Daniel und Elias Ruso die Trails unsicher. lake.bike Wo der Name Programm ist und noch viel mehr Family Shred Text: Till Bohlig | Fotos: Martin Hoffmann, Erwin Haiden & Till Bohlig

23 FAMILY SHRED Bergstolz Ski & Bike Magazin • 05/2026

24 FAMILY SHRED Bergstolz Ski & Bike Magazin • 05/2026 Die Trails rund um den Faaker See sind allererste Sahne: Top geshaped, bestens gepflegt und variantenreich angelegt. Es gibt blaue Flowtrails, wie den Flowgartner- und Lowgartner Trail, die sowohl für Anfänger als auch Kids mit Starrrahmen geeignet sind, aber auch ambitioniertere Rider von jung bis alt können hier ganz entspannt einrollen. Der eine oder andere kleine Jump bietet sogar Gelegenheit für Airtime. Für alle, die es eine Nummer anspruchsvoller lieben, sind diverse rote und schwarze Trails im Angebot. Der rote Sisgartner mit seinen abwechslungsreichen Kurven und zahlreichen kleinen bis mittleren Jumps wird hier schnell zu unserem Favoriten und nach kurzer Zeit grooven wir uns richtig ein. Die Kicker und Jumps der blauen und roten Trails kann man im Übrigen auch entspannt überrollen oder umfahren. Direkt neben dem Sisgartner verläuft einer der wichtigsten Trails, der Upgartner Trail. Wie der Name vermuten lässt, führt dieser vom Baumgartnerhof nach oben zu den Traileinstiegen einiger blauer, roter und schwarzer Trails und erlaubt auch ohne Motorunterstützung entspanntes Uphill-Pedalieren zu großen Teilen durch den angenehm schattigen Wald. Selbst die beiden Zehnjährigen, für die bergauf treten eher mühsame Pflicht ist, können hier problemlos eine Runde nach der anderen runterspulen. Als Motivation reicht allein der Gedanke an die nächste Abfahrt. Großes Highlight für uns: Wir sind unter den Ersten, die den komplett neuen Kathi Truppe Trail, benannt nach der lokal ansässigen Olympiateilnehmerin im Slalom, unter ihre Reifen nehmen dürfen. Der blaue Trail sorgt dank seiner super flowigen und spaßigen Streckenführung auf loamigem Grund mehrfach für freudige Ausrufe während der Fahrt. Wer die schwarzen naturbelassenen Trails in Angriff nehmen will, muss noch etwas höher hinauf pedalieren. Oben angekommen belohnen Ffargartner, Senngartner und Blairwitch Trail mit jeder Menge natürlicher und durchaus anspruchsvoller SingletrailAction. Zu großen Teilen verlaufen diese Trails durch den Bergwald und überzeugen mit stets griffigem Untergrund, steilen Kurven, Wurzel-Passagen, kleinen bis mittleren Drops und Sprüngen sowie technisch raffinierteren Schlüsselstellen, die das Mountainbiker–Herz höherschlagen lassen. Auch wer richtig Flugmeilen sammeln will, kommt am Trailcenter Faaker See voll auf seine Kosten. Der Jumpgartner Trail macht seinem Namen als reine Jumpline alle Ehre, während der Airgartner Trail als Mischung aus Singletrail und Jumpline mit zahlreichen mittleren bis größeren Doubles auf die ambitioniertesten Fahrer wartet. Unseren lake.bike Aufenthalt machen vor allem auch die lokale Community und die Personen hinter dem Projekt zu etwas ganz Besonderem. Gleich an unserem ersten Tag kommen wir bei der 10-Jahres-Feier dank der Herzlichkeit der Einheimischen schnell ins Gespräch und auch die Jungs haben direkt Anschluss gefunden. Am zweiten Tag steht gegen Mittag die Fotosession des österreichischen Lines Magazins am Jumpgartner Trail an. Die lokale Jugend, Gäste, Guides, Shaper sowie zahlreiche mittlere Semester der lake.bike-Community lassen es ordentlich krachen und zeigen ihre Tricks über die ersten vier Jumps begleitet von Musik und immer unterstützt von den Zuschauern. Head-Shaper und Bike-Guide Rafi, der seit Anfang an beim lake.bike Projekt an Bord ist, steht am Rand, wässert die Jumpline und beobachtet seine beiden Kinder während der Session. Die sind ungefähr im Alter meiner Jungs und haben sich sofort angefreundet. Die vier pushen sich gemeinsam und drehen im Anschluss an die Session noch diverse Runden auf den Trails. Standout der Session mit massig Style und dem einen oder anderen Backflip ist Philipp Mischkulnig. Kein Wunder, denn Philipp kennt die Line in- und auswendig: Seit dieser Saison unterstützt der österreichische Freerider die lake.bike Shapecrew tatkräftig bei Trailbau und -pflege. Der Abend des zweiten Tages findet seinen Ausklang mit Beats am Beach: Am Ufer des Strandcamping Anderwald versinkt die Sonne im See, während die Kinder im Wasser plantschen. Ein Traumplatz, um in guter Gesellschaft das eine oder andere Kaltgetränk zu sich zu nehmen und Geschichten von den Trails auszutauschen. Der Outdoor-Pumptrack Drobollach liegt auf der Nordseite des Faaker See. Hier steht an Tag drei das Pumptrack-Race mit Spaß und gemeinsamer Bike-Zeit für Klein bis Groß auf dem Plan. Auf dem von Velosolutions erbauten Pumptrack geht es heute nicht um die schnellste Zeit, sondern darum zwei möglichst identische Rundenzeiten zu absolvieren. Alle, die vor Ort sind, machen mit. Nach dem Event drehen meine Jungs hier gemeinsam mit der lokalen Jugend ihre Runden. Der Pumptrack bietet je nach Können einen großen anspruchsvollen Kurs, einen entspannten Kurs für erste Fahrversuche und darüber hinaus eine spaßige Jumpline. Wer kein passendes Bike hat, kann sich zu den Öffnungszeiten ein Dirt Bike oder BMX ausleihen. Da die Kids auch nach drei Stunden Pumpen und Springen noch nicht genug haben, geht es für uns mit dem Auto an den Ossiacher See. Unser Ziel ist der Family Playground, ein kleiner Skill-Park zwischen Wald und See für Kinder und Anfänger. Hier kann man an seinem Bike Handling arbeiten, erste Sprungversuche unternehmen und Mini-Drops fahren. Es gibt sogar Skinnies und eine Bike-Wippe. Janosch und Flynn haben es aber auf den Airbag Jump abgesehen. Zwei Stunden und gefühlte 60 Sprünge später sind die beiden dann auch platt und wir ziehen weiter zum Bike Beach am Ossiacher See, wo wir zum Sonnenuntergang vom Steg ins kühle Wasser springen.

Während unseres Aufenthalts wohnen wir im Theresienhof bei Brigitte und ihrer Tochter Mona. Morgens zum Frühstück sitzen wir auf der Terrasse mit direktem Blick auf den markanten Mittagskogel im Karawanken Gebirge. Der Buffet-Tisch zum Frühstück ist reichhaltig, so weit wie möglich lokal und hält stets neue Überraschungen bereit, zum Beispiel täglich neue vegetarische Carpaccio Varianten oder Honig aus dem eigenen Bienenstock. Juniorchefin Mona ist Bikeguide, veranstaltet jedes Jahr ein Girls- sowie ein BoysBike-Camp und hat jede Menge Tipps speziell für Mountainbiker, aber auch andere Aktivitäten parat. Der Theresienhof ist, wie auch der Strandcamping Anderwald und der Baumgartnerhof, eines von 12 lake.bike Basecamps. Diese Unterkünfte zeichnen sich durch spezielle Infrastruktur für Mountainbiker aus wie z.B. eine Bikegarage und einen Waschplatz. Zudem können Gäste am Abreisetag auch nach ihrer Tour noch duschen gehen. An unserem letzten Tag, während ich das Auto packe, nimmt Mona die Jungs mit auf eine Kajaktour auf dem Faaker See und nach drei Stunden Paddeln kommen die drei bestens gelaunt und mit vielen neuen Erlebnissen zurück. Auf mehrfache Empfehlung statten wir am Ossiacher See dem Family Wald einen Besuch ab. Mit Kletterwald, Waldspielplatz, Treenets und Flying Fox kann man hier als Familie gut einen aktiven Tag jenseits der Bikes verbringen. Fürs Trailcenter Ossiacher See steht uns ein ganz besonderer Guide zur Seite ohne den es das ganze Projekt lake.bike nicht geben würde. Andi Holzer treibt die Entwicklung des Bike-Projekts seit Anfang an voran. Andi und ich ziehen die Jungs vom Terrassencamping Ossiach, einem weiteren Basecamp direkt am See, mit den E-Bikes nach oben zu den Traileinstiegen. Und auch hier sind wir wieder komplett begeistert, wie variantenreich die Trails hier auf relativ wenig Raum angelegt sind. Man hat die komplette Bandbreite von flowig blau, wie Van Durren und Sansily Trail, über natürlich wie Andy und Sandy Trail bis zu schwarzen wie Parthy, Huby oder Blacky Trail. Leider haben wir an diesem Tag nicht viel Zeit und können nicht alle Trails am Ossiacher See fahren. Auch der vor allem bei Einheimischen beliebte PROlitzen Trail steht noch auf unserer To-Do-Liste. Der schwarze und anspruchsvollste Trail in der Region liegt am Nordufer des Ossiacher See und ist als einziger via Gondel erreichbar. Aber schon jetzt ist klar: Da wir unsere Lieblingstrails nochmal fahren und einige weitere abhaken wollen, wird es 2027 eine Neuauflage unseres Vater-Söhne-Trips geben. Und eventuell schließen sich nach unseren Erzählungen dann sogar noch Mama und Schwester für einen Trip mit der ganzen Familie an. Tipps für Familien • Da es in den Trailcentern keine Lifte oder Shuttles gibt, empfehlen wir allen eMTB-Besitzer ihre Kinder mit einem Zugsystem an steileren Passagen zu unterstützen • Wer mit dem Auto zum Baumgartnerhof am Trailcenter Faaker See fährt, erspart sich und dem Nachwuchs den ersten Anstieg • Bei schlechtem Wetter bietet sich der Indoor Pumptrack Drobollach an, nur fünf Minuten vom Outdoorpumptrack entfernt, direkt neben dem Panorama Beach • Zusätzliche familienfreundliche Bike-Infrastruktur gibt es im Kids-Bikepark auf der Gerlitzen Alpe sowie am Pumptrack in Afritz am See • Die grünen Trails Miki und Mini in Ossiach eignen sich auch für Laufräder Events & Öffnungszeiten • Ende September: 4. Bucketride Festival, Strandcamping Anderwald • Trailcenter Faaker See: 1.4.–15.9. 9–19 Uhr | 16.9.–15.11. 9–17 Uhr • Trailcenter Ossiacher See: 1.5.–15.9. 9–19 Uhr | 16.9.–31.10. 9–17 Uhr Anreise Von München: ca. 300km, 3:45h Von Wien: ca. 330km, ca. 4h Von Salzburg: ca. 180km, ca. 2:15h Trailtickets (unter 6 Jahre frei) Ab 6 Ab 16 1 Tag: 4,50 € 9,50 € 3 Tage: 13,50 € 28,50 € 7 Tage: 22,50 € 47,50 € I N F O BOX FAMILY SHRED Bergstolz Ski & Bike Magazin • 05/2026

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