Bergstolz Issue No. 135

26 TOUR DE MONT BLANC Bergstolz Ski & Bike Magazin • 02/2026 – doch diese befindet sich leider schon im Revisionsschlaf. Also heißt es Batterie sparen und gemütlich über die Schotterstraße, vorbei am Bikepark, halt Moment, vorbei am Bikepark ist doch langweilig, der Park ist zu, also kommt niemand von oben und wir haben noch genügend Ladung im Akku, also rein in die Trails und dann erst hinauf zum Col de Balme. Was für ein Spaß, die Flowkurven funktionieren auch bergauf gut, bei den Steinstufen wird es etwas tricky, aber selbst Ace meistert diese mit seinem schweren Kamerarucksack. Oben am Pass empfängt uns erneut Wind und Kälte. 2500 Meter ist einfach hoch und ein klarer Nachteil dieser Jahreszeit: Alle Hütten sind geschlossen. Nachladen ist schwierig. Wir nehmen paar Bissen unseres Sandwichs, eine zusätzliche Schicht Kleidung – dann präsentiert uns Bubba seine „Spezialabfahrt“ in die Schweiz. Normalerweise wählt er mit seinen Gästen immer die Standardroute aber heute probieren wir etwas Neues. Auf der Karte sieht der Trail sehr vielversprechend aus. Als wir am Einstieg losfahren, merken wir, dass der erste Teil etwas unter dem Schnee und dem Regen der letzten Tage gelitten hat, er ist sehr ausgewaschen und wir müssen die Bikes die ersten Meter hinuntertragen. Einer hilft dem anderen, abstürzen ist hier oben keine Option, zu steil fällt das Gelände nach links ab. Nach ein paar steilen Felsstufen ist es geschafft, endlich geht es los. Ein wahres Trailfeuerwerk wird abgefackelt. Erst schnell und flowig und dann wird es technisch und wurzlig. Bubba fährt vorne, ich klemme mich an sein Hinterrad, Kilometer um Kilometer feinster Flow. Das große Finale, ist ein echtes Schmankerl: steile Spitzkehren im Wald, massive Wurzeln, tiefschwarz markiert – selbst auf Trailforks. Doch wir haben Glück, denn der Boden ist trocken und unsere Reifen haben maximale Traktion. Nach ein, zwei Kurven sind wir im Rhythmus. Ich probiere Bubba innen zu überholen, immer wieder wechseln wir die Linien. Andrea und Ace haben auch ihren Spaß, keine Fotos mehr, nur noch fahren, und so wird selbst der Abschnitt, der auf der Karte sehr abenteuerlich aussah, zum puren Vergnügen. Spitzkehre nach Spitzkehre rollen wir tausend Tiefenmeter später aus dem Wald, und sind uns alle einig: es war eine epische Runde, die uns speziell nach diesem nicht geplanten Wintereinbruch durch einmalige hochalpine Landschaften geführt hat. Wir lassen uns jetzt das Sandwich in der warmen Sonne schmecken und ziehen Bilanz:

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