Bergstolz Issue No. 134

40 PENELOPE MISA Bergstolz Ski & Bike Magazin • 01/2026 Penelope Misa ist eine Künstlerin, deren Leben und Arbeit von Sport, Natur und kultureller Vielfalt geprägt sind. Aufgewachsen ist sie in Tokio als Kind einer japanischen Mutter und eines australischen Vaters. Dort wurde ihr Leben schon früh von Kindern, Lehrern und Eltern aus aller Welt beeinflusst, an derselben internationalen Schule, die bereits ihr Vater besucht hatte. Diese soziale Offenheit und all die visuellen Eindrücke und Reize einer Stadt wie Tokio haben Penelopes kreative Wahrnehmung nachhaltig geformt. Gleichzeitig spielte die Natur schon früh eine zentrale Rolle. Zu ihren prägendsten Erinnerungen zählen Skitage in den japanischen Alpen sowie Sommer und Weihnachtsfeste in Australien mit der Familie. Die enge Verbindung zwischen Kreativität und Outdoor-Erlebnissen begleitet sie bis heute. Ein Wendepunkt kam, als ihre Familie kurz vor den Olympischen Winterspielen 2002 nach Park City, Utah, zog. Dort eröffneten ihre Eltern ein kleines Ramen und Curry Lokal direkt unter dem Lift. Für Penelope wurde das Restaurant ihr erster Job und durch die Nähe zum Skilift gleichzeitig der perfekte Vorwand, jede freie Minute auf Skiern zu verbringen. Seitdem drehen sich ihr Leben und ihre Identität um zwei große Leidenschaften: Kunst und Skifahren. Während ihrem Kunststudium an der University of Utah, schaffte es Penelope oft bis zu sechs Skitage pro Woche unterzubekommen, während sie noch in diversen kreativen Nebenjobs arbeitete. Rückblickend erkennt Penelope, wie all diese Erfahrungen zusammen das Gesamtbild ergeben haben, das sie heute als Künstlerin ausmacht. Die Verbindung von Kunst und Skifahren bekam eine noch tiefere, emotionalere Bedeutung nach einem schweren Einschnitt in ihrem Leben: Einem beinahe tödlichen Lawinenunfall. Penelope wurde verschüttet und musste sich für mehrere Jahre vollständig vom Skifahren, von Schnee und vom Winter zurückziehen. Als sie schließlich wieder zu ihrer Leidenschaft zurückfand, stellte sie sich eine zentrale Frage: Wie wollte sie sich dem Skifahren künftig nähern, wissend, dass Angst und Vorsicht nun Teil ihrer Beziehung dazu waren? Aus dieser Auseinandersetzung entstanden ihre bekannten Motive kleiner, nackter Skifahrerinnen – Figuren voller Leichtigkeit, Humor und Unbeschwertheit. Die Kunst half ihr, ihre Liebe zum Skifahren neu aufzubauen und eine Brücke zwischen Trauma und Freude zu bauen. Seitdem sind Skifahren und ihr Atelier wieder gleichwertige Bestandteile ihres Lebens. In ihren Kunstwerken will Penelope besonders menschliche Emotionen und Erfahrungen zum Ausdruck bringen. Dazu nutzt sie bewusst unterschiedlichste Techniken wie Aquarell, Öl oder Drucktechniken, um Gefühle und Ideen darzustellen. Für sie ist diese Vielfalt an Techniken kein Stilbruch, sondern Freiheit, das passende Werkzeug für das jeweilige Thema zu wählen. Offenheit spiegelte sich auch in der Zusammenarbeit mit Blizzard wider. Als das Unternehmen sie für das Canvas- Projekt ansprach, erhielt sie lediglich zwei Worte als Vorgabe “carte blanche” - absolute künstlerische Freiheit. Für Penelope, die die Outdoor-Industrie gut kennt, war das alles andere als selbstverständlich. Gemeinsam mit den BlizPENELOPE MISA CANVAS Text: Birgit Ertl / Frank Shine & Rick Sorensen

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