Bergstolz Issue No. 134

I N F O BOX 18 NORWEGEN Bergstolz Ski & Bike Magazin • 01/2026 „In Norwegen bedeutet jede Mission ehrliche Arbeit. Du gehst vom Meer los und wir haben zum Teil sechs, sieben Mal in die gleiche Zone gespurt, zum Teil im Whiteout.“ Speziell bei derartigen Verhältnissen, speziell bei einer Freeride-Produktion muss sich das Team aufeinander verlassen können. Fabio ist Bergführer, Bine Skiführerin und der Rest der Crew hat „sauviel Zeit“ in Ausbildung investiert. „Wir sind alles Menschen, die gewissenhaft am Weg sind“, erklärt Max. „Aber du musst auch deinen Kopf neu tunen. Zuhause hast du eine enorme Informationsdichte – die Erfahrung, gute Kontakte, gute Lawinenberichte. Und das hast du in solch abgelegenen Regionen eben nicht unbedingt. In den Lyngenalpen gibt es einen Menschen, der ein riesiges Gebiet abdeckt und dafür nur wenige Datenpunkte hat.“ Bereit für das Comeback Vielleicht liegt es daran, dass man als Fotograf berufsbedingt die Dinge aus unterschiedlichsten Perspektiven betrachten muss. Den richtigen Blickwinkel finden, das kann Max. Auch auf Nordnorwegen. „Am Ende war es eine mega geile Zeit“, grinst er. „Das Tolle bei uns Menschen ist ja, dass wir gut im Verdrängen sind. Was alles nicht geklappt hat, ist die eine Seite, aber es war sensationell schön da oben. Unsere erste Mission war es, Angelruten zu kaufen und wir haben sicher so viel Zeit beim Fischen im Hafen verbracht wie in Schneehöhlen. Wir haben gemeinsam gekocht, Besuch aus der Heimat bekommen und eine lustige Zeit gehabt. Am Ende hat sogar die Bar aufgemacht und der Abend wurde auch durchaus lang." Wer die Essenz der Natur einfangen will, der muss sich ihr fügen. Der muss damit zurechtkommen, viele Schneeprofile zu graben und viele Stunden in Schneehöhlen abzuwarten. Und der muss umkehren können. „All das macht es aus“, meint Max. „Ich mag ja auch das schlechte Wetter. Mir gefällt es, mich in meiner Hardshell zu vergraben. Und dann kommen immer wieder Momente, die alles rechtfertigen. Wenn es funktioniert, dann ist es einfach umso unglaublicher.“ Und wird er wiederkommen? „Definitiv. Mein Traumszenario wäre Lyngen mit der gleichen Crew bei stabilen Verhältnissen, viel Schnee und niedrigeren Temperaturen. Jetzt wissen wir auf jeden Fall ganz genau, wo wir die coolsten Lines finden.“ Crew: Sabine Schipflinger, Fabio Keck, Konstantin Ottner, Fabian Spindler, Daniel Niederkofler und Max Draeger Zeitraum: März bis Mai Tipps: • Nicht vergessen: Die Verpflegungssituation ist spärlich. Versorgt euch ausreichend. Und kauft eine Angel! • Fahrt mit Menschen, mit denen ihr definitiv eine gute Zeit haben werdet. Es ist nicht viel Ablenkung vor Ort – mal abgesehen von Elchen. • Auf nordnorge.com besprechen sich Bergführer, die in Lyngen unterwegs sind, in täglichen Guide-Meetings. Ihren Bericht kann man im Anschluss herunter laden.

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