Bergstolz Issue No. 134

16 NORWEGEN Bergstolz Ski & Bike Magazin • 01/2026 Max Dräger ist bekannt für seine reduzierte Ästhetik. Seine klare Linienführung, sein Spiel mit Licht und Schatten hält er gerne schwarz-weiß oder monochrom. So kann die Natur in Ruhe zeigen, was sie alles kann: harte Kanten, wattig-weiche Rundungen, tiefe Falten, scharfe Zacken. Und den Athleten eröffnet der Fotograf mit seiner Bildkomposition Raum, sich in die Bergwelt hineinzuzeichnen. Vor allem im Winter, wenn die Skier zum Pinsel auf der stillen Schneeleinwand werden. „Im Winter“, sagt Max, „gibt es keine Wege, denen du zu folgen hast. Im Winter wählst du allein deine Spur. Das ist die absolute Freiheit.“ Sein Stil prägt auch die Bildsprache von ORTOVOX, einem seiner langjährigen Partner. An den schönsten Spots der Welt mit dem coolsten Team der Welt die stärksten Shots zu machen – das klingt nach einem Traumjob. Hätten da nicht Mutter Natur und Vater Petrus immer ein Wort mitzureden… Magisch oder saufrustrierend „Es ist der größte Struggle“, meint Max, „aber gleichzeitig auch das, was es ausmacht. Gerade beim Freeriden braucht es ganz viel, das zusammenspielen muss. Und wenn das dann der Fall ist, ist es so special. Dann ist es magisch.“ Und wenn nicht? „Dann ist es saufrustrierend. Dann geht man in eine Bar und bucht den Flug um.“ Das mit der Bar und mit dem Umbuchen ist Max im vergangenen Winter für ein Freeride-Shooting für ORTOVOX gleich zweimal passiert. Einmal in Georgien, als die Crew desillusioniert von zwei Wochen auf eine Woche verkürzte. Einmal in Norwegen, wo sie hoffnungsvoll von zwei Wochen auf drei Wochen verlängerte. Mit Filmemacher Fabian Spindler und den drei Ridern Sabine Schipflinger, Fabio Keck und Philipp Müller war Max im Februar 2025 in Georgien. Das Skigebiet Tetnuldi-Mestia liegt im Norden des Landes, im hintersten Tal der Region Swanetien. Über 4.800 Meter ragen die Berge hier im Kaukasus auf. Tetnuldi ist ein Freeride World Tour-Stopp und dennoch noch immer ein Offpiste-Geheimtipp. Fabio hat als Bergführer immer wieder Gruppen in Georgien geführt und auch Max war schon mehrmals dort. „Und jedes Mal lief es echt super, weil die Bedingungen perfekt waren. Es gibt so viele Varianten in dem Gebiet, wir hätten endlos shooten können. Außerdem sind die Leute ultragastfreundlich, megaliebe Menschen.“ Doch dieses Mal sollte Georgien die Crew im Stich lassen. „Der Schnee war da, aber die Verhältnisse waren super sketchy“, meint Max. „Wir hatten steep lines im Kopf und dafür war es viel zu gefährlich. Uns wurde ziemlich schnell klar, dass es keinen Sinn macht, auf Besserung zu hoffen.“ Was tut man also? Man geht in die Bar und bucht die Flüge um.

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