23 RIDERPROFILE Bergstolz Ski & Bike Magazin • 02/2025 Manche Liebe beginnt auf den ersten Blick – bei Andi Kolb war es der erste Blick auf den Downhill-Weltcup in Schladming. Damals war er zehn, jedes Jahr fuhr die Weltelite vor seiner Haustür. Selbst aufs Bike stieg er aber erst später: „Neue Skier waren damals Pflicht – da blieb für ein Downhill-Bike einfach kein Geld.“ Erst als er als KFZ-Techniker arbeitete, konnte er sich ein gescheites Rad leisten. Ab da gab’s kein Zurück: erste Rennen, erste Siege – und seitdem nur noch Vollgas. Was ihn am Mountainbiken fasziniert? „Die Frage ist eher: Was nicht?“ Von gemütlichen Bergtouren bis zu Red Bull Hardline – MTB hat für jeden etwas. Und Andi liebt, dass es bei jedem Wetter Laune macht: „Regen, Staub oder Skipiste – immer geil. Beim Skifahren ist das nicht so, wer fährt schon gern bei Regen?“ Sein Fahrstil heute: typisch Racer – ruhig, kontrolliert, effizient. Ganz anders als früher: „Da war ich brutal wild und lag ständig im Dreck.“ Wenn er nicht auf dem Bike sitzt, sucht er trotzdem Bewegung: Wandern, Motocross, Skitouren, Backcountry-Ski oder Slopestyle – Hauptsache draußen, Hauptsache Action. Lieblingstrails? Ganz klar seine selbstgebauten Lines zu Hause und der Bikepark Schladming. International hat es ihm Portes du Soleil angetan – noch technischer, noch fordernder. Sein bisher größter Moment? Weltcup-Sieg in Leogang 2023. Familie, Freunde, Fans vor Ort, Traumwetter – und Vali Höll gewinnt bei den Damen. „Perfekter geht’s nicht.“ Der Weg dahin war kein Spaziergang: Vollzeit in der Werkstatt, Rennen an den Wochenenden, knappe Finanzen und Verletzungen, die ihn zwar zurückwarfen, aber auch stärker machten. Training heißt bei Andi: Abwechslung. Auf dem Bike Grundlagenausdauer, Intervalle, Sprints, Technik, Zeitläufe. Abseits vom Bike: Gym, Skitouren, Langlaufen – alles, was Kraft, Ausdauer und Kopf fit hält. Für die Zukunft will er vor allem eins: noch lange erfolgreich Rennen fahren und dabei Spaß haben. Neben dem vollen Rennkalender schmiedet er mit Stevie Schneider schon Pläne für Nachwuchscamps – um die nächste Generation zu pushen. Was nach der Rennkarriere kommt, steht noch nicht fest – aber Andi ist sicher: „Es wird definitiv was mit zwei Rädern sein.“ ANDI KOLB Alter: 29 Wohnort: Assach Homespot: Schladming Beruf: Profi-Sportler (Davor 6 Jahre KFZ Techniker) Sponsoren: YT Industries, Bikepark Schladming, Bell Helmets, 100 Percent, Biogena Sports Ziele: GWM-Titel, mehr WC-Siege Media: @andreaskolb.66 Foto: Nathan Hughes „Mountainbiken macht bei jedem Wetter Spaß – egal ob Regen, Staub oder Skipiste.“ Foto: Nathan Hughes Foto: Nathan Hughes
RkJQdWJsaXNoZXIy Mzk0ODY=