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Freeride World Tour in Fieberbrunn

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Reine Barkered Freeride World Tour / Dom Daher Reine Barkered

Neuschnee und strahlend blauer Himmel begleiteten den dritten Stopp der Freeride World Tour 2017 im österreichischen Fieberbunn. Die Zuseher auf der Tribüne am Lärchfilzkogel sahen einige spektakuläre Runs, einen heimischen Doppelsieg durch Lorraine Huber und Eva Walkner bei den Ski Damen, den FWT-Rookie Thomas Feuerstein aus Vorarlberg auf dem Podest und leider auch heftige Stürze bei den Ski Herren.

20170309 Kristoffer DomDaherDass etliche Rider am Wildseeloder sehr viel riskieren werden, war bereits vor dem Start des Contest um 8:00 Morgens klar: nach dem Tourstopp in Fieberbrunn würde der Cut erfolgen – nur die besten 12 Skifahrer, sechs Snowboarder und Skifahrerinnen und vier Snowboarderinnen im Gesamtklassement qualifizieren sich für Haines (18. – 25. März 2017) und das Saisonfinale in Verbier (1. – 9. April 2017) bzw. für die World Tour 2018.

Da der Wetterbericht für den Nachmittag eine deutliche Verschlechterung vorausgesagt hatte, wurde der Start auf gestern Mittwoch 8:00 Uhr festgelegt. Dementsprechend füllte sich die Zuschauertribüne erst allmählich. Der Wildseeloder zeigte sich unschuldig weiß verschneit, hatte es aber auf jeden Fall in sich: Die beinahe 600 zu überwindenden Höhenmeter sind durchschnittlich 48 Grad steil, die Bergführer hatten erst nach den Lawinensprengungen (der Schnee unterhalb des Felsbandes im oberen Teil musste komplett gesprengt werden) den Hang freigegeben, dazu der Druck, den Cut zu schaffen...

20170309 Lori DomDaherAls erstes gingen die Skifahrer in den Bewerb. Schon die ersten Rider zeigten, dass es an diesem Tag um etwas gehen sollte, aber auch, wie schwierig die Bedingungen waren. Der schwere Sturz von Dennis Risvoll, der als vierter in den Hang einfuhr, war leider nicht der einzige. Auch Ivan Malakhov und Jérémie Heitz mussten unliebsame Bekanntschaft mit dem Wildseeloder machen. Glücklicherweise scheinen die Crashes in Anbetracht der Umstände relativ glimpflich ausgegangen zu sein. Am flüssigsten, mit einem gewaltigen Sprung im oberen Steilhang und demnach mit den meisten Punkten löste Kristoffer Turdell (SWE) die Aufgabe, gefolgt von Logan Pehota (CAN) und Reine Barkered (SWE), der unbeeindruckt als Vorletzter Starter richtig aufs Gas drückte. Fabio Studer aus Koblach zeigte einen weiten Sprung üebr ein Felsband im oberen Teil und noch drei schöne Airs und konnte sich so als fünfter in Fieberbunn und zehnter des Gesamtklassements für Alaska und Verbier qualifizieren. „Ich hoffe, wir haben in Alaska gute Bedingungen und freue mich sehr, dass ich den Cut geschafft habe“, freute der Vorarlberger. Bene Mayr konnte seinen Run nicht ganz so gut kontrollieren, stürzte und belegte daher Rang 18 (wie auch in der Gesamtwertung). Verletzungsbedingt nicht am Start waren Felix Wiemers und Stefan Häusl.

Bei den anschließenden Snowboard Herren zeigte Sammy Luebke (USA), warum er der Titelverteidiger ist: in seine smoothen Line baute er nicht nur Sprünge und Tricks ein, sondern verband die Features mit schönen Powderturns. Auf den Rängen folgten der US-Amerikaner Jonathan Penfield und FWT-Neuling Thomas Feuerstein. Platz drei in Fieberbrunn bedeutet für ihn den zweiten Rang in der Gesamtwertung: „Das zweite Mal am Podium zu sein, macht sehr viel Spaß und taugt mir gut. Wenn man von drei Events zweimal am Podium steht, das hat was! Ich will für die weitere Saison fit und gesund bleiben und weiterhin gute Ergebnisse einfahren.“

Snowboard-Altmeister Flo Orley, der im Herbst seinen Rückzug aus dem Contestgeschehen Bekannt gegeben hatte, ging in Fieberbrunn mit einer Wildcard an den Start. Er zeigte einen technisch äußerst anspruchsvollen Run, der an diesem Tag in seiner Linienwahl einzartig war. Die Judges reihten ihn auf Rang sieben.

Jubel brandete in der Zuschauerarea nach dem Bewerb der Ski Damen auf: ein Heimsieg, und dazu ein Doppelerfolg! Lorraine Huber aus Lech am Arlberg zeigte vom Start auf der Schulter des Wildseeloder auf 2.033 Metern als vorletzte Riderin eine anspruchsvolle und schwierige Line mit einem Double Cliffdrop und drei weiteren Sprüngen, die sie bis ins Ziel durchzog. 91,33 Punkte bekam sie dafür von den Judges, sie hatte die Ski im Zielraum gerade mal ausgezogen, da war die Wertung schon da. Mit einer ähnlichen Linie erreichte die amtierende Weltmeisterin Eva Walkner den zweiten Platz. Auf dem dritten Rang klassierte sich die US-Amerikanerin Hazel Josie Birnbaum. Lorraine, die als Führende der FWT nach Alaska fliegt, freute sich sichtlich über den gelungenen Run: „Ich habe mich sehr gewissenhaft vorbereitet und es kam mir sehr zugute, dass ich das Face gut kenne. Mir war es wichtig, flüssiges, sicheres und gutes Skifahren mit guten Sprüngen zu zeigen. Es war mir noch nie gelungen, hier in Fieberbrunn Erste zu werden. Das ist einfach ein Traum, der in Erfüllung geht.“ Sie strahlte jedenfalls mit der Sonne um die Wette.

20170309 Mia Art4Bei den abschließenden Snowboard Damen holte sich die Französin Marion Haerty wie schon beim zweiten FWT-Stopp in Andorra den Sieg. Sie verband schöne Powder-Turns mit stylishen Airs. Zweite wurde Shannan Yates (USA) vor Audrey Hebert (CAN). Manuela Mandl aus Wien (AUT), die beim zweiten FWT-Event am Podium gestanden war, suchte sich eine Linie mit viel frischem Tiefschnee und schloss den oberen Teil mit einem kleinen Sprung ab. Ein sicher gestandener weiter Air im unteren Teil brachte ihr abschließend Platz vier. In der Gesamtwertung erreichte sie Rang fünf. Für sie ist damit die FWT-Saison zwar beendet, sie will aber versuchen, sich über die Qualifier-Events für die FWT im nächsten Jahr zu qualifizieren. Nicola Thost (GER), die mit ihrem verspielten Rang fünfte wurde und sich somit für Haines und Verbier als Gesamt-Vierte qualifiziert hat, verzichtet freiwillig auf die Teilnahme: sie beendet ihre lange Karriere in Fieberbunn, nahe ihres Wohnorts Westendorf.

Samstag und Sonntag gastiert noch die Freeride Junior Tour by Head in Fieberbrunn und am Wildseeloder. Die heimischen Teilnehmer/innen werden sicher alles daran setzen, die Erfolge der „Großen“ zu wiederholen...

Alle Runs im Replay und die gesamten Ergebnisse, sowie das Gesamtranking gibt es auf www.freerideworldtour.com.

Letzte Änderung amDonnerstag, 09 März 2017 12:34

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