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MEETING MRS. HOLLE - Jackson Hole


meeting mrs holle jackson hole

Autor: Eva Walkner | Fotos: Jay Godrich

„Komm zu uns nach Jackson Hole Eva und bleib so lange du willst. Wir haben heuer unmengen an Schnee. Ich würde einfach buchen und ganz egal was, du wirst mit Sicherheit sehr viel Spaß haben“, popt kurz vor Weihnachten in meinem Facebook Chat eine Nachricht von Crystal Wright auf. Die Suche nach positiven Langzeitprognosen im Herbst beschäftigt uns Schneeverrückte Jahr für Jahr immer wieder. Im www wird nur das mit Freude verbreitet was uns positiv stimmt. Und lesen und glauben tun wir ebenfalls nur das, was wir auch wirklich hören wollen. Nämlich „Rekordwinter“! Täglich rufen wir den Powder Alert auf, in der Hoffnung, dass sich endlich etwas bewegt und die Alpenkarte möglichst in violett und rot erstrahlt. Grüne Wiesen, herbstliche Temperaturen und die Laune ist im Keller. Genau das ist die bittere Realität kurz vor Weihnachten bei uns in den Alpen.

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Doch, irgendwo gibt es immer einen Fleck wo es schneit und schneit und schneit. Wo Frau Holle fröhlich schafft und die Freerider glücklich stimmt. Wo die Skigebiete mit Rekordzahlen prahlen. Ein Ranking zeigt die bisher gefallene Schneemenge in den Resorts an. 5 Meter, 10 Meter, 12 Meter, ... Ach was, warum eigentlich nicht?! Also drücke ich auf den „Buchen“ Button und sitze ein paar Tage später schon im Flieger in die USA. Nach Jackson Hole, ein Tal in Wyoming welches in den Rocky Mountains und zum Großteil im Grand Teton National Park liegt. Wer im Sommer schon das Vergnügen hatte war vermutlich auf der Durchreise zum Yellow Stone National Park. Ohne Übertreibung, einer der schönsten Plätze an denen ich bisher war. Im Sommer. Jetzt bin ich gespannt auf Jackson Hole im Winter.

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Crystal Wright hab ich auf der Freeride World Tour kennen gelernt, wir fahren auch für den selben Skisponsor und waren immer gute Freunde. Auch wenn man sich mit der Zeit immer mehr und mehr aus den Augen verliert. Crystal und ihr Mann Brian holen mich vom Flughafen ab. Von plus auf minus 25 Grad. Von einem Extrem in das Andere. Schon im Auto bei der Heimfahrt schmieden wir Pläne für die kommenden Tage.
Der Jet Lag am nächsten Morgen wird ignoriert, die Winterabstinenz daheim und die Schneegier ist einfach zu groß. Brian und ich entscheiden uns für eine easy Route, den Bootpack auf den knapp 3100 Meter hohen Mount Glory, gemütliche 500 Höhenmeter die vom Teton Pass aus starten. Die wohl bekannteste Tour am Pass. Ideal um den ersten Tag einzustimmen. Und perfekt für die ersten Pulvergefühle. Ein anderer Run der ebenfalls am Teton Pass startet, führt nach einer guten Stunde Aufstieg über die Teton Pass Ridge, vorbei an der Titty Mouse Ridge in Richtung Avalanche Bowl. Immer noch Unverspurt und Pulver so tief, wie wir es in Europa selten haben. Diesen Plan verfolgen wir am nächsten Morgen. Allerdings mit einer anderen Crew. Arianna Tricomi, unser Italo Superstar hatte dieselbe Idee, dem Schnee nachzureisen. Wir treffen uns also am Morgen mit Snowboard Kollegen Brian Boszack im Tal, lassen dort ein Auto stehen und starten den relativ kurzen Aufstieg mit Fellen. Das einzige woran ich mich noch ein wenig gewöhnen muss, die beißende Kälte. Knapp minus 25 Grad. Oben angekommen trauen wir kaum unseren Augen, ein Anblick, der jeden Freerider dahin schmelzen lässt. Eine knapp 1.000 Höhenmeter verspielte Abfahrt vor uns, und immer noch unverspurt! Wir setzen die ersten Turns in den meterhohen frischen Pulver. Faceshots, Jubelgeschrei und ein Dauergrinsen. So kann ein Tag starten und so kann ein Tag zu Ende gehen. Wer also nicht das nötige Kleingeld hat um sich einen Skipass für 130 Dollar zu leisten, der kommt auch mit Fellen und PinBindungen sehr weit in der Gegend um Jackson Hole.

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Nach drei Tagen Touren am Teton Pass treffe ich mich mit einigen Locals im Jackson Hole Mountain Resort. Das Gebiet is einigermaßen groß aber typisch für Amerika, trotzdem alles verspurt. Zum Glück nur das offensichtliche Terraine. Während bei uns in der Heimat die Freerider noch zu den Exoten zählen, ist es in den USA schon beinahe umgekehrt. Das Backcounty Gelände ist gesichert und für Skifahrer und Snowboarder freigegeben, mit Rucksack sehe ich kaum jemanden, „es passieren ja sowieso keine Lawinenunfälle In Bounds“ erklärt mir Kate Elisabeth, eine junge Freeriderin, die in Jackson Hole lebt. OK. Ich fahre trotzdem lieber mit meiner gewohnten Montur. Egal ob In oder Out Bounds.
Was braucht mal also, um noch ein wenig frischen und unverspurten Schnee zu finden? Locals, einen secret spot und ein wenig Motivation zum hiken. Ich habe alle Zutaten beisammen und Kate zeigt mir die Granite Canyon Zone. Wir entscheiden uns für das Endless Couloir, welches in das Mile Long Couloir endet.

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Der einzige Nachteil, eine 45 Minütige leicht steigende Traverse zurück zum Lift. Die dreiviertel Stunde Oberkörpertraining hat es in sich, war es definitiv wert und wir entscheiden uns für eine Wiederholung. Mit einem kurzen Zwischenstopp an der Talstation. Das spezielle und was ich so mag an den USA, es gibt keine typische, wie wir sie aus Österreich kennen, Aprés Ski Musik. Aprés Ski zu den Klängen von DJ Ötzi und Helene Fischer sind für mich der absolute Alptraum. Hier in Jackson Hole spielt direkt am Lifteinstieg eine fantastische Live Funk-Band. Ich bleibe stehen und höre für einige Minuten den Musikern und der kraftvollen Stimme zu. Die Menschen tanzen zur Musik und haben Spaß, eigentlich genau so wie bei uns daheim, allerdings mit guter Musik. Kate und ich starten motiviert in eine zweite Runde.

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Über Nacht beginnt es wieder zu schneien und für den kommenden Tag steht Storm Skiing mit Crystal und Keely Kelleher am Programm. Auf 3185 Meter bringt uns die Tram rauf auf den höchsten Punkt des Skibegebietes, Rendezvous Mountain. Viele bekannte Namen aus der Szene finden sich in der Gondel wieder. Jackson Hole scheint so etwas wie der Hot Spot der Profi Freerider und Ski Bums zu sein, kann ich irgendwie auch verstehen. Von der Gondel aus sieht man das berühmte Corbets Couloirs. Wegen der schlechten Sicht ist es leider gesperrt. Richtig spannend an der Corbets Rinne ist sowieso nur der steile Drop In. Es gibt noch genügend anderes und vielleicht auch besseres zu erkunden. Wir warten bis die Snow Patrol das Skigebiet frei gibt. Ganz anders als bei uns muss geduldig gewartet werden, bis das gesamte Gebiet bzw. die einzelnen Zonen gesichert und frei gegeben werden. Dafür ist dann InBounds die Lawinensicherheit quasi „garantiert“. An die Regeln hält sich in den USA jeder, sonst ist er nicht mehr lange im Besitz seines Skitickets. Aber wie wir es aus den Staaten kennen, sind die Pisten erst geöffnet geht der Kampf um die erste Linie los. Gut dass heute wegen des Schneesturms weniger Freerider als sonst am Berg sind. Crystal und Keely zeigen mir 4 Pines. Zwei kürzere Anstiege genügen schon, um der Masse zu entfliehen. Also sind wir allein und haben die unverspurten Hänge für uns. Beinahe 2.000 Höhenmeter schaffen wir mit einem einzigen Run. Eine Weile sind wir also schon unterwegs. Ganz unterschiedliches Gelände hat die Abfahrt zu bieten und der Schnee ist genau so wie man ihn sich wünschen würde. Nipple Deep Powder und ringen nach Luft bei jedem einzelnen Turn. Schnee ohne Ende und ein festgefrorenes Grinsen. Beim Union Pass Chairlift angekommen sind wir zufrieden und glücklich und wir sind uns einig, dass der Tag für uns noch nicht endet. Auf geht es zu Runde zwei.

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Auch nach einer Woche in der in der kleinen Provinz am Fuße des Teton bin ich noch nicht durch mit den unzähligen verschiedenen Varianten und Möglichkeiten. Ein kleines Paradies wo sich die Creme de la creme des Freeride Sports um 8:30 an der Tram trifft oder aber am Teton Pass.Trotzdem muss ich heim. Warum? Es hat endlich geschneit!

INFO BOX

Jackson Hole ist ein Tal in Wyoming, USA, das in den Rocky Mountains liegt. Es wird begrenzt durch die Teton Range und die Gros Ventre Range. Durch das großteils im Grand-Teton-Nationalpark liegende Tal zieht sich der Oberlauf des Snake Rivers. Die Stadt Jackson mit ihren Skigebieten liegt im Südosten.

ANREISE.
  • Flüge von München nach Jackson sind ab ca. 1.000 Euro (mit Umsteigen) zu haben. Der Jackson Hole Airport ist der einzige Zivilflughafen im Nationalpark und derjenige mit dem höchsten Passagieraufkommen in Wyoming.

SKIFAHREN.
  • Das größte Skigebiet in der Umgebung ist das Jackson Hole Mountain Resort, Grand Targhee in Alta gilt als Powderparadies und Snow King hat steiles und nach Norden ausgerichtetes Gelände zu bieten.
  • Die Liftpreise zeigen sich nordamerikanisch: Im Jackson Hole Mountain Resort legt man zwischen 81 und 135 Dollar pro Tag hin – wenn man das Liftticket im Voraus online bezahlt. Grand Targhee ist da schon günstiger, eine Tageskarte kostet maximal 90 Dollar. Ein regelrechtes Schnäppchen ist dagegen Snow King – mit gerade einmal 55 Dollar für eine Tageskarte beinahe sagenhaft günstig.

ONLINE.

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