bergstolz

Ischgl – Hochalpines Bikevergnügen


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Ischgl, diese Superlative in Sachen Skilauf im Winter: Après-Ski, feiern ohne Ende, Konzerte mit Tausenden von Besuchern auf der Idalpe und jede Menge Ramba Zamba. Hierher wollten wir zum Biken kommen anlässlich der Eröffnung des neuen Flimjochtrails. Ob es wohl auch im Sommer so zugehen würde? Spoileralarm: Größer hätte der Kontrast kaum sein können…

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Im Sommer ist Ischgl ruhig und beschaulich, es wälzen sich keine Menschenmengen durch die Straßen und Lokale, es gibt keine Partymeile, es ist richtig ruhig. Ischgl scheint sich im Sommerschlaf zu befinden, ausgenommen von ein paar Wanderern und Bikern. Die verteilen sich aufdem riesigen Areal allerdings so sehr, dass man beinahe den Eindruck bekommt, alleine unterwegs zu sein.

Dominik von BH Bikes, einem Kooperationspartner von Ischgl, wird uns die kommenden Tage begleiten und guiden. Klar, er kennt das Gebiet natürlich schon ziemlich gut. Er stattet uns dann auch gleich mit dem neuen BH Lynx 5 Carbon aus: „Du wirst sehen, mit den 130mm Federweg ist das das optimale Bike für Ischgl!“

Ich bin etwas skeptisch, aber auch neugierig: Bisher war ich nur ein einziges Mal in Ischgl zum Biken, und das ist sehr lange her und war beim Ironbike. 76 Kilometer Strecke und 3.700 hm, eines der härtesten Marathonrennen der Alpen und was für echte Kletterspezialisten. Da blieb mir nicht viel Zeit und Energie um Eindrücke zu sammeln. Was geblieben ist, ist die Erinnerung an eine grandiose Hochgebirgswelt und die Anbindung an Samnaun, wo Du einfach mit dem Bike und natürlich mit der Bergbahn auf der anderen Seite rauf und runterkommst. Da wir nur zwei Tage Zeit hatten, nahmen wir die Bahn zum Hochfahren. Natürlich geht es über Forstwege auch zum Hochpedalieren auf die Idalpe und weiter bis auf knapp 2.900 Meter Seehöhe, wir wollten aber die Trails hauptsächlich bergab erkunden. Von Ischgl aus geht es also hoch zur Idalpe und von da weiter auf das Flimjoch. Auf 2.752 Metern angelangt überwältigt uns das gewaltige Panorama über die Silvretta Bergwelt. Von hier aus geht’s auch gleich in den neu angelegten Flimjoch Flowtrail.

Im oberen Teil führt er durch felsiges, steiniges Gelände mit Anliegern und sehr flowig über eine Skipiste hinunter. Ein guter Einstieg zum Warmfahren und auch ideal für weniger versierte Mountainbiker. Wie von Dominik vorausgesagt bewähren sich die 130mm Federweg, aber mit guter Technik lässt sich der Flimjoch Flowtrail auch mit Hardtailmeistern. Im unteren Teil geht es über saftige grüne Wiesen und schön geshapte Anlieger zurück zur Idalp. Nach 2,7 km Strecke und einer Höhendifferenz von 435 Metern steht man wieder am modernen 8er Sessellift, der Bike und Biker komfortabel nach oben transportiert. So machen wir eine Abfahrt nach der anderen in ziemlich kurzer Zeit – aber schließlich sind wir ja zum Biken da!

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Nach ein paar Fahrten ist es Zeit für die Mittagspause. Dominik lädt uns in die Idalpe ein und wartet gespannt auf unsere Reaktion, die erwartungsgemäß ausfällt: Das Idalp Panorama Restaurant ist ein kulinarisches Highlight!

So gestärkt geht es nach dem Mittagessen wieder hoch zum Flimjoch, hier wartet noch ein besonderes Schmankerl auf uns: Direkt vom Flimjoch geht rechts der Velill Trail los, der bis ganz hinunter nach Ischgl führt. Dieser Trail sollte mein unangefochtener Favorit werden! Los geht es im steinigen Gelände, der Trail schlängelt sich durch große Felsriegel hindurch bis ins Velill Tall, das dem Trail auch seinen Namen gab. Hier ist einfach alles geboten: Flowige, schnelle Passagen mit Anliegern und kleinen Sprüngen im oberen und mittleren Bereich, sowie technischere und steilere Passagen mit einem durchaus anspruchsvollenWurzelteppich in tieferen Lagen. Den muss man quer überfahren – nicht unbedingt von Nachteil, dass es trocken war, denn bei Nässe dürfte der eine ordentliche Herausforderung darstellen.

So kommen wir nach 10,7 km und 1.357 Tiefenmetern im Ort an und grinsen von einem Ohr zum anderen. In unserem Hotel Valülla genehmigen wir uns auf der Terrasse ein Bierchen und unsere Bikerseele freut sich über die vielen geilen Trails, die wir heute unter die Reifen bekommen haben. Welch eine Wohltat, dass es im Ort so ruhig ist! Müssten wir uns für Sommer oder Winter in Ischgl entscheiden, die Wahl fiele eindeutig auf die warme Jahreszeit. Die vielen geschlossenen Bars undDiscos lassen eine kleine Ahnung davon durchschimmern, was hier im Winter los ist…

Der nächste Morgen beginnt gleich wie der vorangegangene: Mit der Bahn zur Idalpe hoch und von da aus auf das Flimjoch. Diesmal werden wir unsere Aufmerksamkeit allerdings der anderen Seite widmen: Der Schmugglerweg soll uns auf die andere, die Schweizer Seite des Alp Trider Sattels führen. Wir nehmen die Forststraße Richtung Greitspitze und kämpfen uns durch ein paar giftige, aber glücklicherweise recht kurze Anstiege. In dieser Höhe können die schon mal etwas Atemnot verursachen… Nach einem kleinen Stopp nehmen wir den Gipfel der 2.871 Meter hohen Greitspitze in Angriff. Von hier aus geht es weiter Richtung Westen, den Grenzkamm entlang, rauf und runter über Salaaser Kopf bis zum Salaaser Eck. Der Ausblick ist grandios, auf der einen Seite sieht man zur Idalpe runter und gegenüber in die Schweiz hinunter in das zerklüftete Seitental und hinüber zum Alp Trider Sattel bzw. hinunter bis nach Samnaun. Weiter geht’s zum Palinkopf, mit dem Treten ist es auch vorbei! Wir nehmen den flowigen und technisch nicht sehr schwierigen Trail Richtung Süden zum Alp Trider Sattel. Den überqueren wir, denn unser Ziel ist der auf der anderen Seite des Sattels startende Alp Trider Enduro Trail. Auf schnellen Anliegern geht’s runter zur Alp Trida Bahn. Das ist ein Trail zum Ballern, den man nach Herzenslust auch öfters fahren kann! Der 4er Sessellift bringt einen jedes Mal schnell wieder hoch.

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Wir wären gerne nochmal gefahren, nach zwei Abfahrten müssen wir aber schon weiter und den Sessellift hoch zum Flimjoch nehmen. Über den Flimjochtrail jagen wir bergab zur Idalpe. Nach einer kurzen Kaffeepause greifen wir noch den Paznauner Taja Trail an: Vom Höllboden weg gibt es eine kleine Tragepassage, die auf einen schönen Weidentrail führt. Wir kommen auf eine Forststraße und biegen links in einen sehr steilen technischen Trail ab, der uns ganz schön fordert. Unten angelangt rollen wir an der legendären Paznauner Taja vorbei – so idyllisch, wie es gerade ist, kann man sich den Trubel im Winter kaum vorstellen. Von hier geht’s nochmal in den Wald und über einen schönen Trailabschnitt, bevor wir endgültig auf die Forststraße Richtung Ischgl gelangen.

So endet auch unser zweiter Tag mit flowigen, abwechslungsreichen Trails. Die charakterisieren auch das Bikegebiet Ischgl: Angesprochen wird eine große Gruppe an Bikern, nicht die ausgesprochenen Profis. Die Trails sind großteils sehr flowig und nichtallzu schwierig zu befahren. Man braucht nicht unbedingt ein Endurobike, um vernünftig bergab zu kommen, so werden auch Enduroeinsteiger und Allmountainbiker hier jede Menge Spaß haben. Wer Technik und die nötige Erfahrung mitbringt wird die meiste Zeit sogar auf einem Hardtail zurechtkommen. Trotzdem kommen auch versierte Biker auf ihre Kosten. Und last but not least: Das gigantische hochalpine Panorama alleine ist schon definitiv einen Besuch in Ischgl wert!

Infobox

[Anreise]
Von München über A8 Richtung Salzburg bis Inntaldreieck - A93 Richtung Innsbruck - A12 Richtung Landeck - B188 Richtung Ischgl oder München über A95 Richtung Garmisch - Fernpass-A12 Landeck - Silvretta Bundesstrasse 188 nach Ischgl

[UNTERKUNFT]
Hotel Fliana // www.fliana.com
Hotel Tirol // www.tirol-ischgl.at
Haus Lenz, // www.hauslenz-ischgl.at
Hotel Garni Kristall // www.kristall-ischgl.at
Hotel Castel // www.castel.cc

[ESSEN]
Kitzloch // Ischgl / Tel. 0043 5444 5618
Sunnalm // Ischgl / Tel. 0043 5444 5302
Lucy Wang // Ischgl / Tel. 0043 5444 20007

[BIKESHOPS]
Intersport Bründl // Ischgl, Tel. 0043 5444 5759
Sportalm Sallner // Ischgl, Tel. 0043 5444 5262

[BIKEGUIDES]
Silvretta Bike Academy // www.ischgl.com




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