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Eva Walkner | Riderprofile


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"Ich wollte nie wieder Skifahren"

Wie fast alle Österreicher hat Eva auch ich mit 3 Jahren zum Skifahren begonnen. Der Anfang war allerdings alles andere als einfach. "Ich war ein unglaublicher Hosenscheisser und meine Eltern waren richtig arm dran mit mir. Zwischen den Beinen meiner Mutter fühlte ich mich wohl, aber wehe sie ließ mich aus und ich hatte das Gefühl ich musste allein fahren.

Ich lief rot an wie eine Tomate, schrie und platze fast vor Zorn und Angst." Als gar nichts mehr half und ihre Eltern mit den Nerven am Ende waren, fuhren sie ihr an einem Tag einfach davon und ließen sie "alleine" zurück. Vor lauter Angst bat sie ihren Bruder auf sie zu warten und ihr zu helfen. "Ich hatte so panische Angst, dass mir nichts anderes übrig blieb, als alles zu probieren, meine Eltern hatten mich ja zurückgelassen ... Da mein Bruder mich aber auch nicht zwischen die Beine nehmen wollte, musste ich selbst fahren. Von einer Sekunde auf die andere fuhr ich dann und ich hatte so riesen Spaß, dass ich nicht mehr aufhören wollte."

EvaPortrait
Alter: 34
Wohnort: Kuchl
Disziplin: Freeskiing
Homespot: Überall wo ich Spaß habe!
Sponsoren: Salewa, Rockstar Energy, Whitedot Skis, Cébé, SONY Action Cam, Komperdell, Zanier, Planks, ABS, Marker, Toko
Erfolge: 2nd Freeride World Tour ALL-OVER 2012
1st Freeride World Tour Fieberbrunn 2012
2nd Freeride World Tour Finals Verbier 2012
3rd Freeride World Tour Roldal 2012
Motto: "Life's not about how hard of a hit you can give ... it´s about how many you can take, and still keep moving forward." Sylvester Stallone Rocky Balboa (my hero und Vorbild als ich klein war)
Website: www.evawalkner.com

Danach ging es los, Eva gewann alle Kinder- und Schülerrennen, schaffte es im erstmöglichen Jahr in den ÖSV-Kader und galt als großes Slalomtalent. Ein Jahr lang fuhr sie im A-Kader alle Weltcuprennen. Leider kamen ihr immer wieder Verletzungen in den Weg. Ein Jahr Kreuzbandriss, dann Schulterbruch, ein Jahr zurückgekämpft und wieder ein Kreuzbandriss. In ihrem letzten Rennlaufjahr verletzte sie sich nach zwei Europacup Podestplätze am Sprungelenk und musste erneut eine Saison pausieren. "Das wars und ich beendete meine Rennlaufkarriere. Ich wollte nie wieder Skifahren. War total am Boden zerstört. Man kämpft 20 Jahre für einen einzigen Traum, ich war immer eine der Besten und dann beginnt eine Verletzungsserie, welche dich aus der Bahn wirft."

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Eva begann eine Ausbildung zur Sportjournalistin in Wien und hat vier Jahre als Redakteurin beim Fernsehen gearbeitet. Im Fußball! Durch die Winterpause hatte sie Zeit nach Hause in die Berge zu fahren. "Ich kam durch Zufall mit Freerideski in Berührung. Als ewiger Racer wusste ich nicht mal was das ist. Ich war halt immer nur mit meinen Slalomski zwischen den Toren, manchmal aber auch im Tiefschnee unterwegs." Diese für sie neue Form von Skifahren, machte wieder Sinn und noch viel mehr Spaß. Eine neue Herausforderung – weg von Verbandszwängen und Competition. Einfach nur den Sport genießen. Natürlich fuhr sie dann ein Jahr später auch hier ihren ersten Contest. Einmal Racer, immer Racer! Sie wurde zweite. Ohne Training, ohne Know How, völlig Unerfahren und dann aufs Podest. "Ich dachte mir – OK wenn du einfach mal so zweite wirst bei einem sehr gut besetzten Contest, dann kannst du was draus machen." Sie beschloss also ihr ganzes Leben danach auszurichten und Gas zu geben. "Ehrgeiz hab ich ja ohne Ende." Sie begann im Sommer wieder richtig zu trainieren, informierte sich und organisierte ihre ersten Projekte. "Während alle anderen in meinem Alter schon Jahre in dieser Szene verbrachten, war ich ziemlich Grün hinter den Ohren. Aber mit viel Arbeit und Leidenschaft schaffte ich es dann, drei Jahre danach von dem Sport leben zu können."

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"Ich habe durchs Freeriden sehr viele spannende Plätze bereist und interessante und liebe Menschen getroffen. Ich fuhr in Griechenland vom Olymp, war im Iran und in Kashmir, bin irgendwo in Albanien unterwegs gewesen und hab noch viele andere Länder bereist." Als sie dann irgendwann aus Spaß einige Qualifier Contests fuhr und auch da sehr erfolgreich war, bekam sie eine Wild Card für die World Tour in Chamonix. "Ich fuhr auf Anhieb auf den zweiten Platz und war die nächsten vier Jahre immer unter den Besten fünf, 2012 dann meinen ersten Sieg und um ein Haar verpasste ich den Weltmeistertitel." Nach einem dritten Kreuzbandriss im Jänner in Revelstoke und drei Knieoperationen innerhalb eines halben Jahres, hat sie mehr und länger zu kämpfen als so eine Verletzung gewöhnlich dauert. "Die World Tour musste ich dadurch absagen und auch mein Ziel, den Titel zu holen, musste ich begraben. Für mich war es das vermutlich schwerste Jahr, das ich je hatte. Es lief einfach alles schief." Aber Eva ist eine Beißerin: "Meine Ziele begrabe ich nicht, sondern schiebe sie vielleicht nur etwas hinaus. Es ist gut, Ziele zu haben, fokussiert zu sein und darauf hin zu arbeiten." Da sie für den Winter 14/15 schon jetzt eine Zusage für eine Wild Card der Freeride World Tour bekommen hat, kann sie sich ein wenig mehr Zeit nehmen, um richtig fit zu werden. "Für Alaska im April" - ihr großes Projekt für heuer! "Außerdem hab ich noch viele weitere Ideen für die nächsten Jahre. Und bis ich im besten Seb Michaud oder Kaj Zarkisson Alter bin, hab ich noch ein wenig Zeit und viel vor mir", lacht Eva.

Action: klippen > FREERIDEWORLDTOUR.COM / T. REPO titel > Hansi Heckmair
Portrait: Claudia Ziegler




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