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no67

So nun ist die Saison für uns schon fast wieder vorbei, die letzte Ausgabe des Bergstolz Sommers geht in Druck, es war bis jetzt eine grandiose Saison, super Wetter, super Bikes, schöne Ausfahrten, tolle Trails zuhause, quer durch die Alpen und sogar in Spanien.

Trails!? Was heißt das jetzt eigentlich? Früher sind wir einfach die Berge hoch und wieder runtergefahren. Der Spaß auf der Abfahrt war dabei immer das wichtigste Kriterium. Unsere Abfahrten hießen damals noch Forstweg, Steig, Wanderweg, Jägersteig, Viechsteig oder einfach Wiese! Das Wort „Trail“ war da noch genausoweit weg wie 27,5 plus! Heute ist alles ein Trail: Am Gardasee sowieso, in München die „Isartrails“ und in den Bikeparks alles vom Pumptrack bis zur A-Line in Whistler. Da stellen wir uns doch die Frage, ob es immer und überall „Trails“ geben muss? Und da reden wir jetzt nicht über die oben beschriebenen Wege und Steige, sondern über die „Anliegerautobahnen“ und „Northshore Giganten“ die jeder Tourismusverband, der auch nur über eine Erhebung von 100 Höhenmetern verfügt, jetzt unbedingt haben muss.

Natürlich haben Bikeparks a la Livigno oder Leogang ihre absolute Berechtigung und ihre Fans, das wollen wir auch gar nicht schlecht heißen, denn es ist hier ein komplett neuer Sport mit neuen Bikes und einer neuen Zielgruppe entstanden. Und natürlich freut uns jeder neue Spot an dem wir unseren Sport ausüben können und auf Gleichgesinnte treffen! Aber: Braucht jede Bikedestination einen Bikepark so notwendig wie jeder Wintersportort seinen Funpark braucht? Oder, um beim Wintersport- Vergleich zu bleiben: Braucht jedes Skigebiet einen Park wie den Stubai Zoo an dem sich die Top-Profis auf ihre Wettkämpfe vorbereiten? Geht es nicht doch auch so wie rund um die Sella Ronda, wo versucht wird, die Trails schonend in die Natur zu integrieren ohne riesige Anliegerautobahnen zu shapen? Wir wollen hier nicht die „gute alte Mountainbikezeit“ verherrlichen und uns wieder mit Hardtails die Berge hochund dann wieder runterquälen, für das sind wir zu alt und zu faul, aber mit „höher, schneller, weiter“ ist auch den wenigsten wirklich gedient. Zumindest nur ein paar Profis und wirklich „wilden Hunden“.

Für uns gilt: Ein Hoch auf die Abwechslung! Wir fahren gerne Lift, wir fahren gern eBike, wir fahren gerne auch im Park. Auf einigen „Trails“ kommt man sich heute jedoch fast vor wie im Slalomtraining: links, rechts, links, rechts, perfekt geshapt und mit der Zahnbürste geputzt. Das macht eine Zeit lang auch und genauso viel Spaß, aber bei dem Streckenangebot, den vielen Gebieten und diesen Bikes, da verzichten wir ungern auf eine dieser vielen Möglichkeiten, die das Biken ja gerade so vielseitig und abwechslungsreich machen. In diesem Sinne nochmal: Die Abwechslung machts! Euch einen schönen Herbst am Bike und Happy Trails!

Ralf

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