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LOCAL TRAILS NORWAY


Norwegen, Land der Trolle, Heimat der Wikinger und Seen, Flüsse sowie Wälder, soweit das Auge reicht. Das unwegsame Gelände ist der Grund dafür, dass sich Städte an der Küste und Dörfer in den Tälern befinden. Abseits der Wasserwege war der Handel mit Waren und Gütern vor noch nicht allzu langer Zeit schier unmöglich.

Wer heute Norwegen bereist, erhält schnell einen Überblick, wie rau die Landschaft ist. Aufgrund der geringen Besiedelung im Landesinneren ist das Straßennetz nur auf der Hauptachse Nord-Süd großzügig ausgebaut. Verlässt man jedoch die Hauptverkehrsader, erhält das Reisen einen anderen Wert. Da muss man für ein Reiseteilstück von 200 Kilometern schon gerne einmal fünf Stunden einberechnen. Will man da noch an jedem See kurz ins Wasser springen, wird auch bei einem norwegischen Sommer der Tag ganz schön lange.

Für unsere Reise wählen wir den Juni, in dem Monat sind die Larven der Moskitos noch nicht geschlüpft und mit ein wenig Glück spielt uns das Wetter in die Karten. Unsere Ziele sind unter anderem fünf Orte, an denen man als enthusiastischer Biker schon einmal gewesen sein sollte, wenn man Norwegen bereist. So steht Arendal für Trailriding in der Vorstadt und Canvas für ein Abenteuer in der Wildnis mit allen Annehmlichkeiten für Einsteiger und Geübte. Bei den Trails in Sogndal, Valldal und Ål geht es schon ganz schön ans Eingemachte. Mit bis zu 1.100 Höhenmetern schon eher im Stile der Alpen. Hier ist es oft so, dass man sein Bike schon einmal die Hälfte vom Aufstieg tragen muss. Bei der Abfahrt stellt sich dann heraus, ob man es drauf hat. Ist nicht immer jedermanns Geschmack… Wir starten unser Abenteuer von Dänemark aus. Mit der Fähre geht es über den Skagerrak an die Südküste Norwegens nach Kristiansand, die auch gern als norwegische Riviera bezeichnet wird. Die zerklüftete Schärenküste zwischen Horten und Kristiansand und die alten Fischerdörfer mit ihren weiß gestrichenen Häusern lassen die Gegend in einem speziellen Flair erleuchten.

ARENDAL | CANVAS.
In Arendal treffen wir Vebjørn, er ist der Manager vom Canvas Hotel und Mitinitiator vom Singletrail Park Arendal. Zwei Parkplätze ermöglichen den Einstieg in das im Moment 20 Kilometer umfassende Singletrailnetzwerk. Um den Überblick zu behalten, stehen an den Eingängen Infotafeln und Flyer in denen die Trails eingezeichnet sind. Egal ob Anfänger, Fortgeschrittener oder Profi, die Trails sind abwechslungsreich und bieten für jeden was, ob mit dem Endurobike oder einem Hardtail - Spaß haben hier mit Sicherheit alle. Gegen Mittag verladen wir die Bikes und machen uns auf den Weg ins 100 Kilometer nördlich gelegene Treungen, zum Canvas Hotel. 30 Kilometer nach dem wir die Asphaltstraße verlassen haben, zweifeln wir, ob das noch der richtige Weg ist. Über eine nicht endend wollende unbefestigte Straße, vorbei an zig Seen und mit Wollgras überzogenen Hochmooren, erreichten wir unser Ziel. Hier wartet bereits Markus, unser Bike Guide samt Shuttle.

"Der Grundbesitzer Per Kveim hat etwa 100 Kilometer Trails auf den Mooren der inneren Telemark gebaut. Es ist ein perfekter Ort, um zum ersten Mal Mountainbiken zu erleben!" Normalerweise werden von hier nur die Bikes, Ausrüstung und Lebensmittel mit dem Pickup zum Hotel gebracht. Die Gäste absolvieren einen viertelstündigen Fußmarsch, um den Ort, an dem sie die nächsten Tage verbringen werden, zu erreichen. Für uns macht er heute mal eine Ausnahme und so rackert sich der Pickup mit Allrad und gesperrten Achsen den Berg hoch. Es heißt zwar "Canvas Hotel", die Bezeichnung "Bike Camp" ist aber eindeutig zutreffender.
Auf einem Hochplateau in mitten eines Sees befindet sich das Camp. Die Unterkünfte sind Jurtezelte und im Gemeinschaftszelt sorgt Desmond für das leibliche Wohl. Was diesen Ort so besonders macht ist die Wildnis, das Wasser und das Licht. Die Trails wie sie vom Waldboden auf die Slickrocks der Granitrücken wechseln und das Hochmoor sind traumhaft. Ein Kleinod zur Erholung, um den Alltag zu vergessen. Unbeschreiblich.

SOGNDAL.
Mit der der App von – trailguide.net – erreichen wir unseren zweiten Stopp Sogndal. Nach einem mehrtägigen Umweg inklusive Gletscherwanderung im Jostedalsbreen Nationalpark war der Tag drauf für's Mountainbike reserviert. Im April hab ich beim Skifahren Bjørn kennengelernt und wie sich im Laufe der Unterhaltung herausstellte, haben wir nicht nur im Winter dieselbe Freizeitbeschäftigung. Er erzählte mir von einem Trail bei Gaupne, den ich unbedingt mal gefahren haben sollte.
Es sind gerade einmal zwei Monate vergangen, jetzt steh ich auf dem Gipfel vom Vis à vis Fjell, 1.100 Tiefenmeter erwarten mich bis hinunter zum Fjord. Sorry, keine weiteren Details über diesen Ort, nutzt die App. Als ich am Nachmittag mit einem kalten Bier und einer Coverband von Creedence Clearwater Revival an der Landwirtschaftsmesse in Gaupne sitze, erinnere ich mich an Bjørn und frage mich, ob das noch besser werden kann?

VALLDAL Nach ein paar Tagen Sigthseeing in Lom und am Geirangerfjord setzen wir über nach Valldal. Wir besuchen Knut, er hat hier vor ein paar Jahren ein ganz besonderes Hotel-Konzept in den Wald gestellt. Das Juvet Hotel bietet sich bestens als Basis für die Touren in diesem Tal an. Valldalen ist bekannt für seine Erdbeeren und für seine Local Trails um Fjørå. Wir verbringen zwei Tage bei Max aus Freising. Die Berge haben ihn einfach nicht mehr weggelassen und so verbringt er die Winter auf dem Snowboard und die Sommer auf dem Bike. Mittlerweile spricht er fließend norwegisch und als Schreiner hat er immer genügend Arbeit. Max war von Anfang an mit dabei, er war es auch der mir von diesem Ort erzählte. Fjørå sollte das Highlight der Reise werden, aber leider fielen die Trails dem Kommerz zum Opfer.

Als die ersten Bilder für Anzeigen verwendet wurden und die Magazine Loblieder über diesen Ort sangen, begann der Untergang. Aus den Singletrails wurden Downhillpisten und so ersparen wir uns, uns das anzutun und weichen auf ein paar noch unbekannte Trails aus. Gegen Mitternacht stehen wir oben am Einstieg. Die Sonne färbt den Himmel noch rot, aber dunkel wird es irgendwie nicht. Knochig, boanig, technisch anspruchsvoll. Kurz bevor uns die Lust vergeht, gelangen wir in einen Birkenwald, dessen Boden von Blaubeeren übersät ist. Es kommt noch besser meint der Max. "Da vorne fängt der Blowjob an."

Nach zwei Wochen sind wir kurz vor Trondheim, heute ist der erste Schlechtwettertag und die Vorhersagen sehen nicht gut für die kommenden Tage aus, also zurück in den Süden. Wir mischen die Karten neu, es bleiben uns noch vier Tage, eh wir uns auf den Heimweg machen müssen. Also teilen wir diese in vier Etappen. Moschusochsen Safari am Dovrefjell, einen Besuch im Bikepark Hafjell, Shopping in Lillehammer und zum Abschluss die Trails vom Knut in Ål unter die Stollen nehmen.

ÅL.
In Ål benötigt man die richtigen Kontakte und das sind die Jungs von Hill Billy MTB. Sie veranstalten jährlich das Hill Billy Huckfest und bauen neue Trails in Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband und den Bauern. Am Vormittag treffen wir Knut von Hill Billy MTB und zusammen drehen wir eine Runde auf einem neu gebauten Trail – ohne Local Guides sind die nicht zu finden. In der Trail Guide App sind zwar einige ältere verzeichnet, aber die sind mal so richtig Oldschool. Einer dieser Trails ist der "Hill Billy I +II", der Name ist Programm. Hier ist man derart gefordert, dass es etwas Zeit braucht, bis man den Zusammenhang zwischen Elchscheiße und Biken erkennt. Zum Glück stand mir kein Elch im Weg!

Die Zeit vergeht viel zu schnell, und es gäbe noch so viel zu suchen, erkunden und kennenlernen! Aber was für ein mega Glück wir mit dem Wetter hatten! Zwei Regentage in drei Wochen ist nun wirklich nicht die norwegische Norm. Daher: Norwegen, du warst gut zu uns – wir konnten so viele Eindrücke, Trails und Bikekilometer in die drei Wochen packen, wie nur irgendwie möglich. Wir kommen wieder!

INFO BOX

ANREISE.
Von München über Hamburg nach Hirtshals, von dort auf die Fähre nach Kristiansand.

UNTERKUNFT.
Es gibt auf allen Campingplätzen Hütten die man anmieten kann. Das geht los bei 25 Euro für eine Hütte mit Stromheizung und Kühlschrank, bis hin zur Deluxe Version die keine Wünsche offenlässt.

TIPPS.
Es ist ratsam, ausreichend Ersatzteile mit dabei zu haben. Ausfallende, Schaltwerk, Kette und Bremsbeläge sind das mindeste was man mitnehmen sollte. Abgesehen von den norwegischen Preisen, kann es je nach Marke Probleme in der Organisation geben.

Die Moschusochsen Safari kann ich nur jedem ans Herz legen, der Interesse hat, die Ziegen anzuschauen. Am Dovrefjell gibt es etwa 300 von ihnen. Sie auf eigene Faust zu suchen ist vergebens. Die Guides wissen wo sich die Tiere aufhalten und wie man sich am besten nähert und sich dabei verhalten soll.
In Bergen gibt es einen kleinen, Downhill lastigen Bikepark. Etwas westlich davon befinden sich auf der anderen Talseite die Localtrails, die man allerdings hoch radeln muss.

CANVAS. ARENDAL.
www.arendalsingletrack.com
www.canvashotel.no

SOGNDAL.
trailguide.net

VALLDAL.
www.juvet.com/en

Den besten Cafe gibt es bei David im "UNDER TAKET Cafe & Bar".
Öffnungszeiten: 12:00-18:00 Uhr

ÅL | HALLINGDALEN.




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