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KATHARINA SCHULER | Riderprofile


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“Irgendwann muss man auch Geld verdienen”

Alter: 34
Homespot: Arlberg
Beruf: Selbstständige bzw. Mädchen für alles
Sponsoren: Salewa, Sweet Protection, DPS
Highlights:

Winter 2012/13 • 1. STUBAIER GLETSCHER : FWQ*** • 2. X OVER RIDE KITZSTEINHORN • Overall Winner uOPEN FACES 2013 • Winter 2013/14 • 3. BIG MOUNTAIN HOCHFÜGEN, FWQ**** • 1. OPEN FACES KAPPL

www.villa-resi.at | Portrait: Maria Schuler | Action: Josef Mallaun

Katharina ist als Mädchen aus einem kleinen Dorf, in dem der Skisport GROSS geschrieben wird, sozusagen mit Brettern an den Beinen auf die Welt gekommen. Mit drei Jahren zum ersten Mal damit unterwegs, startete sie wenig später die klassische österreichische Skilaufbahn im Skiclub Arlberg und im traditionellen Skirennlauf. "Das ging gut, bis ich in die Pubertät kam", lacht sie. "Da lachten mich die jungen, attraktiven Saisons-Mitarbeiter, die Skibums, eindeutig mehr an als die roten und blauen Torstangen. Das freie Skifahren mit den blonden, furchtlosen Burschen faszinierte mich und daraus entwickelte sich dann auch schließlich meine Leidenschaft zum Freeriden. Die Faszination besteht für mich in der Freiheit und Ungewissheit, die der Berg mir täglich bietet. Dabei spielt vor allem der Aspekt der Körperbeherrschung für mich eine sehr wichtige Rolle – das heißt, einen Hang nicht einfach auf zwei breiten Brettern runter "zu rodeln", sondern den Berg mit all seinen Formationen kontrolliert zu befahren!"

Auch neben Schule und Studium war ab dem Zeitpunkt, an dem sie mit dem Freeride-Virus infiziert wurde, für Katharina das Wichtigste, sich mit Freunden aus aller Welt frei am Berg bewegen zu können und dürfen. Logische Konsequenz war da die Teilnahme an den Freeride World Qualifier Bewerben. "Obwohl ich recht oft auf dem Podium landete, verlor ich trotzdem irgendwie den Spaß und die Lockerheit beim Skifahren", meint sie heute. "Dazu kam, dass nach dem erfolgreichen Abschluss meiner beiden Studien Sportwissenschaften und BWL für mich der Ernst des Lebens beginnen sollte. Nach ein, zwei Versuchen merkte ich aber sofort, dass mich ein klassischer Bürojob einengt und unglücklich macht. Mein einziger Gedanke war, dass ich unbedingt was anderes machen musste."

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Gegen den Wunsch ihrer Mutter – denn diese hätte sie am liebsten in einer Bank gesehen – startete sie 2012 den Weg in die Selbstständigkeit und realisiert seither für Lech Zürs Tourismus die Snow & Safety Conference als externe Projektleiterin. "Lech Zürs wollten eine Veranstaltung ins Leben rufen, die in Richtung Off-Piste-Sicherheit geht. Dafür haben sie jemanden externen gesucht, der sich in diesem Thema auskennt, und da sind sie auf mich gekommen. Zusammen haben wir dann einen irrsinnig spannenden Event auf die Füße gestellt." Seit mittlerweile fünf Jahren trifft die geballte Expertise in den Bereichen Schnee & Lawinen, Sicherheit, Skisport/Freeride und Industrie in Zürs am Arlberg für zwei Tage aufeinander. Dabei steckt Katharinas Herzblut und der Großteil ihrer Zeit im Referentenprogramm: "Die Vortragenden zu bekommen, interessante Themen aufzugreifen und das Ganze dann noch fürs Publikum umzusetzen ist die Challenge. Das Outdoor-Programm und Skifahren am Arlberg zu verkaufen ist relativ einfach, wenns ein bisserl Schnee hat."

Nebenher arbeitet Katharina außerdem noch an ihrer Karriere als Hotelchefin: "Eigentlich bin ich nur der Hausmeister und das Mädchen für alles in der Frühstückspension meiner Mutter", lacht sie. Man trifft sie dann schon mal dabei, das Frühstück für die Gäste vorzubereiten, oder beim Wegfahren des Mülls. "Ich sorge dafür, dass alle Betten voll sind und ich trotzdem noch genug Zeit zum Skifahren habe, die Mama ist da sehr tolerant mit mir", schmunzelt sie. "Im Winter versuche ich also Tag für Tag eine Balance zwischen Arbeit und meiner Leidenschaft, dem Freeriden, zu finden. Nur Skifahren ist super, aber irgendwann muss man sich auch überlegen, wie man Geld verdient. Ich hab es zum Glück geschafft, dass ich mir das jetzt gut einteilen kann." Und sie arbeitet weiter daran, auch in Zukunft keinen Bürojob machen zu müssen: "Aktuell bin ich gerade dabei, die Skilehrerausbildung fertig zu machen, um mich dann in Richtung Skiführer zu entwickeln. Da lassen sich Beruf und Hobby für mich auch recht gut verbinden, das wäre eventuell ein zweites Standbein für mich. Und falls nicht, kann ich mich immer noch darauf konzentrieren, Hotelchefin im Haus meiner Mutter zu werden." Auch dann wird man Katharina sicher noch oft am Berg treffen – denn Übung hat sie mittlerweile darin, viele unterschiedliche Dinge unter einen Hut zu bringen.




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