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HARRY PUTZ | Riderprofile


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"Der Sieg nach 13jähriger Contest-Abstinenz wär doch erwähnenswert“

Alter: 42
Home: Innsbruck
Beruf: Filmemacher
Filmempfehlungen: Guido Perrini "Ten" Jeremy Jones "Deeper-Further-Higher" Xavier De Le Rue "White Noise" Harry Putz "Mönch, Glaube bis ins Tal" Blind-Bend Vimeo Channel

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Die Freeride Filmfestival-Tour geht gerade wieder zu Ende. Wie jedes Jahr gab es ein breit gefächertes Spektrum an Freeride-Action zu sehen: von Tobi Tritschers erstem Alaska- Abenteuer über "The White Maze" von Matthias Haunholder und Matthias Mayr zurück in die heimischen Berge mit Felix Wiemers und Roman Rohrmoser. Programmdirektor des Freeride Filmfestivals und somit verantwortlich für die Auswahl des Gezeigten ist der ehemalige Snowboard-Profi Harry Putz, auch bekannt als "The Fastest Rasta".

Das Interesse am Filmen entdeckte er schon Mitte der 80er Jahre während seiner Schulzeit. Damals schon wollte er verstehen, wie etwas Ordentliches dabei rauskommt. Den bewussten Entschluss, Freerideaction auf Film zu bannen, traf er ein paar Jahre später: "Im Snowboardfieber der späten 80er und inspiriert von "Fire & Ice", "Steep and Deep" und vor allem der "TB-Serie" nahmen wir die Kamera mit ins Gelände. Ich ärgerte mich wahnsinnig wegen der miesen Aufnahmen, die meine Freunde von mir machten. Blöderweise war ich der einzige, der die Kamera halbwegs bedienen konnte. So entstand mein erstes Werk etwa 1988 – wir schnitten von Kamera zu Videorecorder mit REC-PAUSE, unglaublich. Als Soundtrack dienten Hits wie "Ice Ice Baby" und der Name des Movies war extrem kreativ: DOLGIT! So hieß nämlich die Salbe die schicksalhafter Weise herumlag als wir um zwei Uhr Nachts das Baby taufen wollten." Professionell wurde die Filmerei dann während seiner Zeit als Profi. Mit seinen Partnern startete er 1998 die Blind-Bend-Serie, in der im Lauf der Zeit jede Menge Szenegrößen vorkommen sollten: Flo Orley, Ueli Kestenholz, Beckna, Nicki Pederzolli, Martin McFly Winkler und noch viele viele mehr.

Genauso wie die Filmerei an sich entwickelte sich auch die Idee für das Freeride Filmfestival nach und nach: "Ich hab angefangen, meine Filme zusammen mit anderen Freeride- Streifen in meinem Heimatort Lech vorzuführen. Ziemlich schnell wurde mir da bewusst, wie viel Arbeit es ist, das alles zu organisieren: Flyer, Sponsoren, Technik usw. Zufällig traf ich dann Manfred Pascher, der viele Jahre lang das Filmfest St. Anton verantwortet hatte und gerne mehr in Richtung Freeride gehen wollte. So veranstalteten wir 2011 ein Festival für österreichische Freeridefilme im Leo Kino in Innsbruck. 2012 taten wir uns dann mit Volker Hölzl und seinem Freeski-Filmfestival Vienna zusammen, und seitdem touren wir als Freeride Filmfestival durch Europa." Dabei war Harry immer wichtig, eine Plattform für heimische Filme und Rider zu bieten – noch heute bestehen 50% des Programms aus Filmen von oder mit österreichischen Sportlern. Ansonsten wird versucht, ein möglichst abwechslungsreiches und vollständiges Bild der Freeride-Szene zu liefern. "Um den klassischen Ski- Porn machen wir einen Bogen, wir suchen Filme mit Inhalt und Geschichte. Wir wollen Abenteuer auf die Leinwand bringen und über allem steht der Anspruch an ein hohes fahrerisches Level der Athleten. Ich will unterhalten werden, mich beim Zusehen vergessen und zum Nachdenken angeregt werden, Aha-Erlebnisse haben", erklärt der Programmdirektor seine Auswahlkriterien. Die große Schwierigkeit besteht für ihn darin, sich für einen Film zu entscheiden, den es noch gar nicht in seiner finalen Version gibt. "Ich versuche aus den Filmemachern herauszukitzeln, ob der Streifen was für uns ist. Hin und wieder passiert es aber schon, dass ich den Jungs und Mädels nahelege, noch was umzuschneiden - wir sehen unsere Rolle als Freeride-Plattform auch kritisch und wollen übertriebene Risikobereitschaft nicht heroisieren."

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Jetzt, wo das Freeride Filmfestival fast vorbei ist, geht's für Harry wieder selber zum Filmen: "Die meisten Aufträge sind schon in den Startlöchern. Auch wenn das Filmfestival den Großteil meiner Zeit in Anspruch nimmt – 80% meines Einkommens verdiene ich als Freelancer. Diese Hingabe unterscheidet uns auch von anderen Festivals – den Hacken würde sich keiner freiwillig antun." Und wenn er dann doch zwischendrin mal Zeit und Lust hat, könnte man Harry auch wieder contestmäßig treffen – schließlich hat er im April 2016 – nach 13jähriger Abstinenz – auf Anhieb den Banked Slalom im Kühtai gewonnen.

oben: Simon Rainer
Action rechts: Alex Kaiser
www.freeride-filmfestival.com




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