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DER WEISSE RAUSCH


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St. Anton am Arlberg ist ein verrückter Ort! Weltbekannt für sein Skigebiet und die Möglichkeiten Offpiste. Genauso weltbekannt sind die vielen Apres Ski Hütten und Bars und das sehr exzessive Nachtleben. Noch nicht weltbekannt, aber auf einem guten Weg sind die "Breitensportereignisse" in St. Anton: Der Arlberger Jakobilauf, der Arlberger Bike Marathon, der Arlberg Giro, die jedoch alle überschattet werden von einer irrwitzigen Veranstaltung im April jeden Jahres: "Der Weiße Rausch"!

Bin ich wegen der Kopfschmerzen, dem trockenen Mund oder weil ich auf´s Klo muß aufgewacht? Wenn man sich diese Fragen zum Start in einen neuen Tag stellt, war die Nacht davor meist kurz und die Party intensiv. Ich wälze mich aus dem Bett und geh ins Badezimmer. Der Blick in den Spiegel zeigt deutlich die Spuren der letzten Nacht, aber warum um Himmels Willen hab ich ein Oakley TShirt an? Langsam, aber nur ganz langsam hebt sich der Nebel – Der Weiße Rausch 2014, das Rennen, der Zielbereich, Basecamp, Bobo´s, Piccadilly, Hauni beim Stagediven, Trikottausch, und ein Versprechen: MIST – hoffentlich erinnert sich da keiner mehr dran!

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Einen halben Liter Kaffee, ein deftiges Frühstück und schon sieht die Welt wieder anders aus. Im Frühstücksraum trudeln nach und nach die "Protagonisten" des letzten Tages ein. Die Sprüche erreichen sehr bald wieder ein "gutes Niveau", jeder Neuankömmling wird gebührend begrüßt, die Schatten der Nacht lichten sich. Und – ein Glück – bis jetzt erinnert sich niemand an meine Ansage. Doch dann stößt Miryam vom Tourismusverband St. Anton am Arlberg zu uns, und mehr oder weniger das Erste was sie sagt ist: "Ralf, auf des, dass Du nächstes Jahr mit´m Radl zum Weißen Rausch kimmscht, gfrei i mi am allermeisten!" Pah, doch erwischt.

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Am Donnerstag den 16. April 2015 beginnt für mich also meine ganz eigene Challenge zum Weißen Rausch 2015.

Um 9.00 Uhr klicke ich in die Pedale meines Rennrads ein. Vor mir liegen 167km vom Verlag in Gmund am Tegernsee auf der kürzesten Streck nach St. Anton am Arlberg. Genau das habe ich versprochen! Denn irgendwie kam an dem Abend 2014 das Gespräch auf den Arlberg Giro – das Rennradrennen von St. Anton über den Arlbergpass ins Montafon, über die Biehler Höhe und über Ischgl, Kappl zurück nach St. Anton. Und ob es denn viele St. Antoner gibt, die beides fahren, das Radrennen und das Skirennen. Und so kam die Idee: Ich komme mit dem Rad, die St. Antoner kommen mir entgegen und wir fahren den Weißen Rausch gemeinsam. Die ersten Kilometer begleitet mich noch ein Freund, der sich aber leider am Sylvensteinspeicher wieder verabschieden muß. Allein geht es also an der Isar entlang und über Wallgau, Mittenwald und Seefeld runter ins Inntal. Natürlich ist es die erste lange Tour der Saison und natürlich zwicken die Muskeln und der Hintern tut gehörig weh. Aber was solls, gesagt ist gesagt und schließlich kommt mir ja die Abordnung aus St. Anton entgegen. Kneifen oder Aufgeben ist also keine Option. Das Inntal zieht sich, Telfs, Ötztal Bahnhof, Imst, endlich Landeck und die JET Tankstelle in Pians, an der schon Reinhard, Niki und Alex warten. Gemeinsam nehmen wir die letzten 25km in Angriff – auch für meine neuen Mitfahrer ist es die erste Tour des Jahres. "In St. Anton ist noch Wintersaison, da hascht koa Zeit zum Radln!" Reinhard war bis 13.00 Uhr noch beim Skilehrern, Niki hat das Hotel noch gut voll und sitzt wirklich das erste mal in dem Jahr auf dem Rad. Dementsprechend locker geht es, bedingt natürlich auch durch die 500HM die wir nun vor uns haben, hinauf nach St. Anton. Als wir die Dorfstraße entlangrollen ergibt sich ein schönes Bild: Wir in kurzen Hosen auf den Rennrädern und die Skifahrer mit geschulterten Ski auf dem Weg zu Ihren Hotels.

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Wir steuern die Galzigbahn Talstation bzw. das "Anton" an – denn hier endet auch übermorgen der Weiße Rausch und dort gibt es jetzt natürlich erst mal das nun wohl verdiente Zielbier!

Gerade als wir uns zum "Siegerphoto" vor der Galzigbahn gruppieren, schwingen Angelika Kaufmann und Tobi Heindl direkt neben uns ab. Beide sind schon "bewaffnet" d.h. mit Ihren langen Super G Ski zur letzten Streckenbesichtigung unterwegs. Geli ist schon sechsmal beim Weißen Rausch mitgefahren und hat fünfmal gewonnen. Tobi, ihr Mitbewohner in der WG in Zug, bringt es nur auf zwei Starts und auch "nur" auf einen zweiten Platz, aber das soll sich dieses Jahr ändern: " Ein Doppelsieg wäre scho a Traum!". In der Hand halten sie Ihre Renngeräte – Tobi fährt im Rennen seinen 210er Super G von Völkl, Geli einen Super G von Blizzard. "Ein paar Tage vor dem Rennen kommen die langen Latten dann wieder raus und es geht nach der Arbeit kurz auf St. Anton, um einen gemütlichen Run bei möglichst buckligen Verhältnissen zu machen. Im Renntempo fahr ich aber nur kurze Teilabschnitte. Den Aufstieg bin ich außer im Rennen noch nie im Renntempo hochgelaufen, ist gscheiter für mich nicht zu wissen wie fertig man sein kann" erklärt uns Tobi. "Und am Ende heißt dann eh, springen bist speist". Speziell bei den Tipps von Geli werden alle hellhörig, schließlich dominiert sie nicht nur seit Jahren die Damenwertung. An Ihrer Zeit beißen sich auch die meisten Männer die Zähne aus.

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Am Tag vor dem Rennen kann man in der Gondel und im Skigebiet die Teilnehmer sehr gut erkennen: Sie haben lange Rennski dabei und gehen auf der Piste immer wieder tief in die Hocke. Jeder will sich die Strecke noch mal anschauen, wo wird es schnell, wie ist die beste Linie, geht hier Schuss oder nicht. Das Rennen selbst ist schnell erklärt: In drei Startblöcken fahren die 555 Starter vom Valugagrat auf 2642 Metern Höhe so schnell es geht ins Ziel vor der Galzigbahn in St. Anton – 9km Strecke, 1338 Tiefenmeter und der unendlich lange Anstieg zum Valfagehrjoch! Start ist um 17.00 Uhr und natürlich wird die Strecke nicht eigens präpariert. Der Schnee wechselt von hart auf weich, wenn die Sonne scheint zu wässrig. Die Buckeln sind hoch und hinter jedem könnte ein gestürzter Skifahrer oder dessen Equipment liegen. Heuer war es besonders hart, weil sich am Start eine hartnäckige Nebelwand hielt. Man fuhr praktisch ins Nichts – und das ziemlich schnell und mit ca. 200 anderen Skifahrern. Tobi wurde der Nebel auch zum Verhängnis "Kurz vor der Nebelwand wurde es in der Führungsgruppe ziemlich eng! Ich wollte an den rechten Rand der Piste ziehen, der aber ein wenig schneller als gedacht daherkam. Ich Stürze mit ein paar Überschlägen. Konnte mich aber nach einer kurzen Slalomeinlage durch die Nachfolgende Konkurrenz von der Piste retten. Als ich die Ski wieder anhatte war ich Letzter!" Bei Geli lief es deutlich besser. Sie startet in der dritten Welle, die als erste klare Sicht hatte, und fuhr einen klassischen Start Ziel Sieg ein: "Am Start der Nebel, die Anspannung, dann des Rennen selber, wo ma immer wieder an die Grenzen kommt und der Zieleinlauf mit die Zuschauer, die einen anfeuern und dann die Erleichterung im Ziel - alles fällt ab, die Saison isch quasi beendet und dann DER Ausklang!" Und wahrscheinlich ist es genau die Mischung, die die Party am Abend so besonders macht – das Rennen ist gut überstanden, die Saison ist quasi vorbei – es darf gefeiert werden! "Gfeiert wird immer! Darum geht's doch, sich mit Freunden treffen und eine gute Zeit haben. Es ist und bleibt ja immer no a Gaudirennen und kein Weltcup." Und die "gute Zeit" ist in St. Anton garantiert und zwar besonders am Abend des Weißen Rausch. Beziehungsweiße am Morgen danach, denn "hell wars amol scho" als sich Tobi endlich Richtung Hotel aufmachte.

INFOBOX:

Entfernung: von Innsbruck ca. 100 km | von Zürich ca. 200 km | von München ca. 250 km

Skigebiet Arlberg:
St. Anton, St. Christoph, Stuben, Zürs, Lech, Sonnenkopf, Warth-Schröcken, Pettneu
350 km markierte Skiabfahrten | 200 km Varianten im freien Gelände

Dauer der Skisaison: 4. Dezember 2015 bis 24. April 2016

Längste Abfahrt: Valluga – Ulmer Hütte – St. Anton: 9 km (Strecke "Der Weiße Rausch)
Beförderungskapazität/h: 153.571 Personen
Beschneibare Pistenfläche: Region Arlberg 59 % / St. Anton 80 %
Ø jährl. Schneefall: ca. 7 Meter

Liftpasspreis: 51,- EUR

Termin: "Der Weiße Rausch" 2016: 16. April

DER WEISSE RAUSCH

Noch nie war das legendäre Rennen so hart wie im vergangenen Winter – die bucklige Kandahar-Piste und dichter Nebel verlangten beim Wettkampf alles ab. Dabei sein kann grundsätzlich jeder, doch manch einer weiß aus Erfahrung: Dieses Rennen ist nichts für jedermann. Schon der Massenstart mit 555 Teilnehmern gilt als Herausforderung und die Tücken der neun Kilometer langen Abfahrt oder der 150 Meter lange Zwischenaufstieg bringen selbst Profis an ihre Grenzen.

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Weitere Auskünfte gibt's im Informationsbüro St. Anton am Arlberg unter +43 (5446) 22690 oder www.stantonamarlberg.com




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