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Paradiski


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Süchtig nach Adrenalin LA PLAGNE | LES ARCS

Freerider wie Adrien Coirier lieben das französische Superski - gebiet Paradiski. La Plagne und Les Arcs punkten mit endlosen Tiefschneehängen und kilometerlangen Pisten, sowie Urlaubs - orten zwischen Retortenstation und modernem Chaletdorf mit direktem Zugang ins Schneereich.

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"Der Hang ist meine Leinwand" erklärt Adrien Coirier mit leuchtenden Augen bei einem Treffen in einer Bar in Les Arcs, "und in die versuche ich die perfekte Linie zu zeichnen". Der braungebrannte, 33-jährige aus Les Arcs ist süchtig nach dem Gefühl von Freiheit hoch oben in den Bergen, abseits der präparierten Pisten. Die Liebe zu den zwei Brettern, die nicht nur für ihn die Welt bedeuten, wurde ihm quasi in die Wiege gelegt – sein Vater war Skilehrer. Ausschlaggebend für seinen Weg zum Freerider und erfolgreichen Teilnehmer der Freeride World Tour war jedoch der 1983 gedrehte Film Apocalypse Snow. Ein für damalige Zeiten sensationeller Skifilm, in dem ein Snowboarder von bösen Monoskifahrern verfolgt wird und dabei mit Vollgas die genialsten Powderhänge unter sein Brett nahm. Gedreht wurde der Film in Les Arcs, so dass man getrost sagen kann: Les Arcs brachte Snowboarden nach Europa. Der "Spirit", der in dem Film transportiert wird, zog Jahre später Adrien in seinen Bann – und lockt noch heute die Freerider nach Les Arcs hoch über Bourg Saint Maurice. Seit dem Bau der Verbindungsbahn Vanoise Express hinüber nach La Plagne treten die beiden Stationen unter dem Namen Paradiski auf und gehören damit zu den größten Skigebieten der Alpen. Für den Winterurlauber hat dies nur Vorteile: Ein gemeinsamer Skispass ist der Türöffner für 132 Lifte, über 400 Kilometer Pisten, zwei Snowparks, drei Boardercross-Anlagen und ein sensationelles Off-Piste-Gebiet. Aiguille Rouge und Sommet de Bellecôte heißen die beiden mit Liften erschlossenen Dreitausender, an denen Tiefschneehänge bis zum Abwinken locken. Schnee gibt es der Regel mehr als genug, wenngleich nicht immer soviel wie im Frühjahr 2013. "Allein letzte Nacht fiel rund ein halber Meter Neuschnee, entsprechend hoch ist die Lawinengefahr" erklärt Claude Schneider in seinem Büro in La Plagne. Auf detaillierten Landkarten hat er alle kritischen Bereiche farbig markiert. "Rund 280 Gefahrenstellen haben wir in unserem Skigebiet erfasst, bei rund der Hälfte müssen wir potenzielle Lawinen sprengen." Für den Chef des Sicherheitsdienstes und sein Team bedeutet dies Schwerstarbeit, schließlich soll der Großteil der Lifte pünktlich in Betrieb gehen.

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Seit gut 25 Jahren kümmert sich Claude um die Sicherheit auf den Pisten. Dazu gehört auch die Erfassung der Schneehöhe. "Kumuliert haben wir bereits acht Meter Schnee bekommen" berichtet er stolz und gibt die Hoffnung nicht auf, dass es noch mehr schneit: "Nur noch acht Zentimeter, dann wird dies der zweitbeste Winter seit Beginn meiner Aufzeichnungen". Der viele Schnee, das abwechslungsreiche Gelände, die perfekte Erschließung mit Liften und Pisten, sowie die Unterkünfte mitten im Skigebiet ergeben einen Mix, der keine Wünsche offen lässt und Paradiski einen Platz in der Spitzengruppe der französischen Skigebiete sichert. Die Zahlen sprechen für sich: Alleine in Les Arcs werden durchschnittlich 26.000 Skifahrer pro Tag gezählt und mehr als zwei Millionen Skitage in einer Wintersaison verkauft. In La Plagne sind es sogar 2,5 Millionen – so viele wie in keiner anderen Skistation auf der Welt.

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Entsprechend groß dimensioniert sind die auf Aussichtsbalkonen hoch über dem Tal der Isère gelegenen Ortsteile. So bietet La Plagne mit seinen mittlerweile zehn Stationen Platz für 53.000 Gäste. Die Architektur ist dagegen gewöhnungsbedürftig. Wie ein riesiger, gestrandeter Ozeandampfer liegt etwa die Station Plagne Aime inmitten tief verschneiter Hänge auf über 2000 Meter Höhe. Der mehrstöckige Gebäudekomplex mit seinen rund 1.000 Wohnungen wurde im Dezember 1969 fertig gestellt und ist längst in die Jahre gekommen. Das gibt auch François Pierre zu, der als Skilehrer 20 Jahre in dem Riesengebäude gewohnt hat. Allerdings kennt er auch die positiven Seiten der Retortenstation: "Plagne Aime ist wie ein Dorf, allerdings zusammengefasst in einem Haus. Alle Geschäfte und Restaurants kannst du im Warmen erreichen."

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Und die Wege zu den Pisten und hinein ins Tiefschneeparadies sind kurz, das hat sich in der Szene der Freerider längst herumgesprochen. Damit kann Adrien Coirier gut leben, auch wenn er früher überall als erster entspannt seine Lines in den Schnee zirkeln konnte, während er sich heute dafür regelrecht beeilen muss. Doch die XXL-Hänge der Nordflanke der Bellecôte und der von Adrien geplante Run durch das "Couloir Pépin" bleiben diesmal unberührt – die Zubringerbahnen sind den ganzen Tag geschlossen. Schuld ist der viele Neuschnee. Claude Schneider muss noch einige Lawinen kontrolliert auslösen, um alle Gefahrenstellen entlang der Pisten unter der Bellecôte zu entschärfen. Kein Problem, steile Hänge mit reichlich Powder gibt es auch eine Etage tiefer am Roche de Mio. Kurz noch die Schneebrille aufgesetzt und tief Luft geholt, schon taucht Adrien mit seinen breiten Latten in den weißen Stoff ein, während sein Adrenalinpegel nach oben schnellt. Bereits nach einem Schwung ist klar, warum er von sich selbst sagt: "Ich kann besser Ski fahren als laufen".

Infobox:

Die Skiregion Paradiski
425 km Abfahrten zwischen 1250 und 3250 Meter Höhe (davon 166 Kilometer leicht, 165 Kilometer mittel und 94 Kilometer schwer), 132 Seilbahnen und Lifte, Beförderungskapazität 207.000 Pers./Std., Sechs-Tage-Pass Paradiski 285 Euro (222,50 Euro für Kinder).

Weitere Informationen
Office de Tourisme Bourg Saint Maurice
Les Arcs, Tel. 0033/479/071257
www.lesarcs.com | www.paradiski.com

Office de Tourisme de La Plagne, Tel. 0033/479/097979
www.la-plagne.com | www.paradiski.com

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